
Weihnachten mit Minusumsatz, Hellofresh, Inflation, Amazon, Mirakl + Adspert, Trade, Warnhinweise für Social Media, Vipps, Visa
Aktuelle E-Commerce-News zu Weihnachten mit Minusumsatz, Hellofresh, Inflation, Amazon, Mirakl + Adspert, Trade und weiteren Themen des Tages im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Online-Handel zu Weihnachten mit minus 4,2 Prozent
Der Online-Handel verzeichnet mitten im Weihnachtsgeschäft einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent, wie eine Verbraucherbefragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel zeigt. Wichtige Geschenke-Kategorien sind besonders betroffen: Bekleidung und Schuhe brachen um 8,2 Prozent ein, der Bereich Unterhaltung mit Elektronik und Computern um 5,7 Prozent. Online-Marktplätze wurden vom unerwarteten Einbruch weniger erschüttert (minus 0,9 Prozent) und halten ihren Anteil von 58 Prozent.
Online-Handel 2024 mit plus 4,1 Prozent
Trotz der schlechten Nachrichten zum Weihnachtsgeschäft kehrt der deutsche Onlinehandel 2024 mit einem Umsatzplus von 4,1 Prozent auf seinen vorpandemischen Wachstumskurs zurück und erreicht ein Marktvolumen von 104,7 Mrd. Euro, wie der aktuelle Branchenreport des IFH Köln zeigt. Die stärksten Zuwächse verzeichnen die Bereiche FMCG mit 7,6 Prozent sowie Heimwerken und Garten mit 3,6 Prozent, die von Nachholeffekten profitieren. Die mittelfristige Prognose der Kölner Marktforscher bleibt mit einem jährlichen Wachstum von 3,8 Prozent bis 2028 positiv, was einem Marktvolumen von 120 Mrd. Euro entsprechen würde.
Ermittlungen wegen Kinderarbeit bei Hellofresh
Das US-Arbeitsministerium ermittelt gegen den Berliner Kochboxen-Dienst Hellofresh wegen möglicher Beschäftigung minderjähriger Migrantinnen und Migranten in seiner US-Niederlassung, wie Businessinsider.de berichtet. Hellofresh bestätigte die Ermittlungen, weist aber jede Verantwortung zurück und erklärt, die betroffenen Mitarbeiter seien über die Zeitarbeitsfirma Midway Staffing beschäftigt gewesen, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Nach Bekanntwerden der Ermittlungen sank der Aktienkurs des seit 2017 börsennotierten Unternehmens zeitweise um elf Prozent.
Inflation wieder über zwei Prozent
Die Inflationsrate stieg im November von 2,0 wieder auf 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Preistreiber waren erneut die Dienstleister, besonders Versicherungen verteuerten sich um schmerzhafte 16,6 Prozent und Flugtickets um 10,4 Prozent. Auf der anderen Seite sanken die Preise für Energie um 3,7 Prozent, hier besonders Heizöl mit minus 12,5 Prozent, Brennholz und Pellets mit minus 11,8 Prozent sowie Strom mit minus 4,1 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon geht in Irland an den Start
Amazon erweitert demnächst sein europäisches Geschäft mit einem eigenen Marktplatz in Irland – Amazon.ie – wie Channelx.world berichtet. Amazon-Händler der EU können ohne zusätzliche Gebühren ihre Produktkataloge über das „Build International Listings“-Tool automatisch übernehmen. Interessant ist auch das paneuropäische Fulfillment-by-Amazon-Programm (Pan-EU), das lokale Versandgebühren und englischsprachigen Kundenservice bietet.
Mirakl übernimmt Adspert
Mirakl übernimmt das Berliner Werbe-Technologieunternehmen Adspert komplett mit den 30 Mitarbeitern, berichtet Techcrunch.com. Mirakl, das seit 2012 Marktplatz-Software für Onlinehändler wie Best Buy, Carrefour und Leroy Merlin entwickelt, baut damit seine Position im Bereich der Werbung aus: Händlern soll so die Möglichkeit gegeben werden, ihre Werbekampagnen auf verschiedenen Handelsplattformen wie Amazon, Ebay und Walmart leichter zu optimieren.
Trade Me startet Retail-Media-Plattform
Trade Me, Neuseelands größter Kleinanzeigen-Marktplatz, hat das Werbeangebot für seine 23.000 gewerblichen Händler durch Topsorts Infrastruktur modernisiert, berichtet Channelx.world. Die neue Retail-Media-Plattform ermöglicht Händlern durch automatisierte Gebotsabgabe und Echtzeitberichte eine bessere Steuerung ihrer Werbekampagnen, flexiblere Anzeigengestaltung und Kontrolle über die Sichtbarkeit ihrer Angebote.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Kalifornien: Warnhinweise für soziale Medien
Kalifornien plant laut Engadget.com per Gesetz eine Warnpflicht für soziale Medien wegen möglicher Gesundheitsrisiken, wie Generalstaatsanwalt Rob Bonta und die Abgeordnete Rebecca Bauer-Kahan im Gesetzesentwurf AB 56 vorschlagen. Der US-Gesundheitsbeauftragte Vivek Murthy hatte 2023 in einer Studie gezeigt, dass Jugendliche, die täglich mehr als drei Stunden soziale Medien nutzen, ein doppelt so hohes Risiko für psychische Probleme haben. Nach einem offenen Brief von 42 Generalstaatsanwälten könnte nun Kalifornien als erster Bundesstaat verpflichtende Warnhinweise einführen.
Vipps wird erste kontaktlose Bezahlalternative für iOS
Der norwegische Finanzdienstleister Vipps bringt als erster Anbieter eine Alternative zu Apple Pay auf das iPhone, berichtet Golem.de. Die EU-Kommission hatte Apple zuvor zur Öffnung der NFC-Schnittstelle bewegt, wodurch im Juli eine drohende Milliardenstrafe abgewendet wurde. Vipps, der mit mehr als 40 norwegischen Banken kooperiert und 70 Prozent der Bankkunden im Land vertritt, ermöglicht seinen Nutzern künftig kontaktlose Zahlungen an Kartenterminals direkt über die eigene App.
BLACK-FRIDAY-NACHLESE
Österreich: Technische Konsumgüter mit einem Plus von 15,5 Prozent
In der diesjährigen Black Week verzeichnete der österreichische Markt für technische Konsumgüter laut GfK-Handelspaneldaten ein Umsatzplus von 15,5 Prozent. In Deutschland wuchs die Sparte nur 4,7 Prozent, wie gestern berichtet. Der Online-Handel wuchs im Nachbarland um 19 Prozent, der stationäre Handel nur um 13 Prozent. Bei den Produktkategorien überzeugten – wie in Deutschland – vor allem die Heißluftfritteusen mit einem beeindruckenden Plus von 53 Prozent, gefolgt von Kopfhörern mit 35 Prozent Wachstum.
Sendungsmenge verteilt sich über die Aktionstage hinaus
Der Online-Handel in Deutschland zeigt eine deutliche Verschiebung der Verkaufsaktivitäten über die Black-Friday-Periode hinaus, so aktuelle Daten von Packlink. Die Paketversandmenge im klassischen Spitzenzeitraum von Mitte November bis Anfang Dezember sank um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, weil sich die Verkäufe mittlerweile auf einen längeren Zeitraum verteilen. Dies gäbe „Online-Händlern mehr Zeit für die Kundenansprache, um die Käufer während der gesamten Feiertags-Saison wiederkommen lassen“, erklärt Noelia Lázaro, Marketingdirektorin bei Packlink.
Visa-Kartenumsätze plus 33 Prozent
Die Visa-Kartenumsätze am Black-Friday-Wochenende stiegen in Deutschland um 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen berichtet. Die meisten Transaktionen verzeichneten Supermärkte, Restaurants, Drogerien, Apotheken und Buchläden. Besonders bemerkenswert ist der verstärkte Kampf gegen Betrug: Visa verhinderte siebenmal mehr verdächtige Zahlungen als im Vorjahr, unter anderem durch den Einsatz von mehr als hundert KI-Modellen zur Früherkennung.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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