Innerhalb von nur 24 Stunden haben die wichtigsten Führungskräfte bei Praktiker aufgegeben. Nachdem gestern der Aufsichtsratsvorsitzende zurücktrat, folgte ihm heute der Vorstandsvorsitzende Hafner.
Burger folgt Hafner
Hafner ist ehemaliger Hertie-Manager und war seit Mitte Mai als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied interimsweise mit den Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden betraut worden. Sein Vertrag wurde im August vom Aufsichtsrat verlängert - allerdings nur um drei Monate. Sein Nachfolger wird der ehemalige Aldi-Manager Armin Burger, den der Aufsichtsrat auf seiner Freitagssitzung mit Wirkung zum 15. Oktober zum Vorstandschef ernannte.
Neuer Aufsichtsratschef ist Erhard F. Grossnig. Zusammen mit Burger war er am 2. August in den Aufsichtsrat von Praktiker eingetreten. "Die aus den Veränderungen entstehenden Vakanzen im Aufsichtsrat sollen kurzfristig wieder
besetzt werden", teilt der Baumarktkonzern mit.
Der Vorstand des Unternehmens besteht unverändert aus drei Mitgliedern. Neben dem neuen Vorstandsvorsitzenden ist Markus Schürholz weiterhin für die Finanzen des Unternehmens zuständig, Thomas Heinitz für Einkauf, Logistik und Marketing.
Neues Finanzierungskonzept
Für das neue Finanzierungskonzept, mit dem die notwendige Restrukturierung ermöglicht werden soll, muss der Konzern nun als nächstes eine Kapitalerhöhung in Höhe von 60 Millionen Euro stemmen. Der Finanzinvestor Clemens Vedder und der österreichische Investor Donau Invest garantierten Freitag vor einer Woche, dass sie zwei Drittel dieser Summe übernehmen werden, um Vertrauen für die anstehende Kapitalmaßnahme zu gewinnen. Die Donau Invest gehört einer Stiftung des Ehemanns von Isabella de Krassny.
Im Falle einer erfolgreichen Kapitalerhöhung erhält Praktiker ein Bankdarlehen von 20 Millionen Euro, über einen weiteren 15-Millionen-Euro-Kredit wird immer noch verhandelt.
