
Tegut und Rewe verbannen Kaninchen aus dem Sortiment
Der Tierschutz siegt über die Nachfrage: Weil die Haltungsbedingungen katastrophal sein sollen, nehmen die Lebensmittelhändler tegut und nun auch Rewe Kaninchen aus dem Sortiment.
Vertrauen in Qualitätsgemeinschaft war falsch
Deshalb hatte sich das Unternehmen eigenen Angaben zufolge als Einkaufsgrundsatz der "Qualitätsgemeinschaft Kaninchen – GGE kontrolliert" angeschlossen, die bekundete, daran zu arbeiten, die Haltungsbedingungen für die Kaninchenmast zu verbessern und zu überwachen.
"Die aktuelle Recherche von Vier Pfoten zeigt, dass es falsch war, sich hier auf die Arbeit der GGE Gütegemeinschaft Ernährung zu verlassen", sagt das Unternehmen heute. "Daher zieht tegut jetzt die Konsequenzen und nimmt Kaninchen im Frische- als auch Tiefkühlbereich komplett aus dem Sortiment, bis sichergestellt ist, dass hier die Tierschutzbestimmungen nachweislich umgesetzt werden."
Rewe zieht nach
Nach tegut kündigte auch Rewe an, Kaninchenfleisch aus dem Sortiment zu nehmen. "Zwar wurden gemeinsam von Handel, Züchtern, Mästern und der Gütegemeinschaft Ernährung im Rahmen des Sofortmaßnahmenkatalogs 'kontrollierte Kaninchenhaltung' Verbesserungen der Käfighaltung erzielt", meldet das Unternehmen. "Ungelöst blieb aber das Problem, dass Käfighaltung für Kaninchen nach Ansicht von Experten nicht artgerecht ist." Die noch in den Lagern und Märkten befindlichen Mengen Kaninchenfleisch würden jedoch abverkauft, da diese ansonsten vernichtet werden müssten.
Die internationale Tierschutzorganisation Vier Pfoten deckte in der ARD-Sendung Report Mainz am Montag dieser Woche auf, dass tausende Kaninchen in der industriellen Käfigmast leiden und blutige Pfoten, Bisswunden und tote Tiere zum Alltag auch in deutschen Mastbetrieben gehören.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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