Qualitätsprüfer im Fulfillment-Center zwischen unzähligen Paketen als Sinnbild fehlender Kontrolle bei Onlinehändlern
© Black Forest Labs / Flux

550 Mio. Euro Strafe für Aliexpress

Die EU-Kommission hat eine Strafe von 550 Mio. Euro gegen Aliexpress verhängt, berichtet Tagesschau.de. Der chinesische Online-Händler habe seine Risiken unzureichend bewertet und zu wenig Personal für die Prüfung illegaler Produkte eingesetzt. Fälschungen, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika kursierten wochenlang weiter, rund sieben Mio. gemeldete Produkte blieben abrufbar. Auffällige Händler blieben oft unsanktioniert. Es ist die höchste je unter dem DSA verhängte Buße.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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EU verhängt Rekordstrafe gegen Aliexpress

Die EU-Kommission hat gegen Aliexpress eine Geldbuße von 550 Mio. Euro verhängt. Wie Tagesschau.de berichtet, wirft die Kommission dem chinesischen Online-Händler vor, Risiken auf seiner Plattform nicht ausreichend bewertet und zu wenig Personal für die Kontrolle illegaler Produkte eingesetzt zu haben. Die Entscheidung gilt als bisher höchste Strafe, die unter dem DSA verhängt wurde.

Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe zur Produktsicherheit und zur Moderation des Angebots. Demnach sollen Fälschungen, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika trotz Meldungen wochenlang weiter verfügbar gewesen sein. Besonders schwer wiegt, dass rund sieben Mio. gemeldete Produkte weiterhin abrufbar geblieben sein sollen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher entsteht dadurch ein erhebliches Risiko, wenn problematische Waren nicht zügig entfernt und auffällige Anbieter nicht konsequent kontrolliert werden.

Die Strafe trifft einen der bekannten Akteure im internationalen E-Commerce und setzt ein deutliches Signal an große Plattformen: Wer in Europa Waren vermittelt, muss Risiken systematisch erfassen, gemeldete Verstöße wirksam bearbeiten und die nötigen Ressourcen für Prüfprozesse bereitstellen. Nach Darstellung der Kommission reichten die Maßnahmen von Aliexpress dafür nicht aus. Auffällige Händler seien häufig nicht sanktioniert worden, obwohl ihre Angebote bereits im Fokus standen.

Für Online-Plattformen unterstreicht der Fall die wachsende Bedeutung verlässlicher Kontrollstrukturen. Es genügt nicht, Meldesysteme bereitzustellen, wenn gemeldete Produkte danach weiterhin sichtbar bleiben oder problematische Anbieter ohne spürbare Folgen handeln können. Die Zahl von rund sieben Mio. Produkten, die trotz Meldung abrufbar geblieben sein sollen, macht den Umfang der beanstandeten Versäumnisse deutlich.

Die Entscheidung der EU-Kommission markiert damit einen wichtigen Punkt in der Durchsetzung des DSA. Sie zeigt, dass Plattformverantwortung nicht nur formal bewertet wird, sondern an konkreten Abläufen: Risikoprüfung, Personal, Reaktionsgeschwindigkeit und Sanktionen gegenüber auffälligen Händlern. Für Aliexpress bedeutet die Buße eine erhebliche Belastung; für den Markt ist sie ein Hinweis darauf, dass europäische Aufsichtsbehörden Verstöße im Umgang mit illegalen oder gefährlichen Produkten konsequent ahnden.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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