Logistikfachkraft am Containerhafen symbolisiert Rekord-Exporte im Juni
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Exporte klettern im Juni auf Rekordhoch

Die deutschen Exporte erreichten im Juni mit 139,3 Mrd. Euro einen historischen Höchststand, teilt das Statistische Bundesamt mit. Gegenüber Mai seien die Ausfuhren um 0,9 Prozent gestiegen, die Importe um 4,4 Prozent auf 123,9 Mrd. Euro. Der Handelsüberschuss schrumpfe damit auf 15,4 Mrd. Euro. Wichtigster Lieferant bleibe China: Von dort stammten Waren im Wert von 16,5 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 9,1 Prozent entspreche.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Deutscher Außenhandel erreicht neuen Exportrekord

Der deutsche Außenhandel hat im Juni 2026 deutlich zugelegt. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts stiegen die kalender- und saisonbereinigten Ausfuhren gegenüber Mai um 0,9 Prozent auf 139,3 Milliarden Euro. Damit erreichten die Exporte einen historischen Höchststand; der bisherige Spitzenwert von 139,1 Milliarden Euro aus dem September 2022 wurde knapp übertroffen. Die Importe wuchsen im selben Zeitraum noch stärker: Sie legten um 4,4 Prozent auf 123,9 Milliarden Euro zu.

Im Jahresvergleich zeigt sich ebenfalls ein klarer Aufwärtstrend. Gegenüber Juni 2025 nahmen die Exporte um 6,6 Prozent zu, die Importe um 8,4 Prozent. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 meldet Destatis ein Plus von 3,7 Prozent bei den Ausfuhren und 4,4 Prozent bei den Einfuhren. Die Daten verweisen damit auf eine robuste Außenhandelsdynamik, auch wenn der Überschuss aufgrund der kräftigeren Importentwicklung zurückging. Für die Konjunktur bleibt der Außenhandel damit ein zentraler Indikator.

Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni mit einem Überschuss von 15,4 Milliarden Euro. Im Mai hatte der kalender- und saisonbereinigte Saldo noch bei 19,3 Milliarden Euro gelegen, im Juni 2025 bei 16,4 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 summierte sich der Exportüberschuss auf 105,0 Milliarden Euro, bei Exporten von 816,6 Milliarden Euro und Importen von 711,6 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Überschuss mit 105,9 Milliarden Euro leicht höher gelegen. Der Rückgang zeigt: Importe wachsen schneller als die Ausfuhren.

Handel mit Europa und Drittstaaten

In die Mitgliedstaaten der EU exportierte Deutschland im Juni kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 79,3 Milliarden Euro. Die Importe aus diesen Staaten erreichten 63,6 Milliarden Euro. Gegenüber Mai stiegen die Ausfuhren in die EU um 1,3 Prozent, die Einfuhren aus der EU um 7,4 Prozent. Innerhalb der Eurozone wurden Waren im Wert von 55,3 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von 1,2 Prozent. Die Importe aus der Eurozone legten um 7,5 Prozent auf 42,8 Milliarden Euro zu. In EU-Staaten außerhalb der Eurozone gingen Ausfuhren im Wert von 24,1 Milliarden Euro, während die Einfuhren von dort 20,8 Milliarden Euro erreichten.

Auch der Handel mit Staaten außerhalb der EU blieb bedeutend. In Drittstaaten wurden Waren im Wert von 60,0 Milliarden Euro exportiert, während die Importe aus diesen Ländern 60,3 Milliarden Euro betrugen. Gegenüber Mai erhöhten sich die Exporte in diese Auslandsmärkte um 0,3 Prozent, die Importe von dort um 1,4 Prozent. Damit lagen die Einfuhren aus Drittstaaten im Juni leicht über den entsprechenden Ausfuhren.

USA bleiben wichtigstes Exportziel, China wichtigster Lieferant

Die meisten deutschen Exporte gingen im Juni 2026 in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 12,1 Milliarden Euro ausgeführt. Das waren allerdings 14,2 Prozent weniger als im Mai und 1,2 Prozent weniger als im Juni 2025. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen dagegen gegenüber dem Vormonat um 7,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach China sanken leicht um 0,3 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro.

Auf der Importseite blieb China der wichtigste Lieferant. Von dort kamen Waren im Wert von 16,5 Milliarden Euro nach Deutschland, ein Zuwachs von 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten gingen dagegen um 9,6 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro zurück. Aus dem Vereinigten Königreich wurden Waren im Wert von 3,2 Milliarden Euro eingeführt, 16,7 Prozent weniger als im Mai. Insgesamt zeigen die Daten eine starke Exportleistung, zugleich aber eine spürbare Verschiebung in der Handelsbilanz durch kräftig steigende Einfuhren.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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