Amazon-Lieferdrohne setzt Paket in einem Garten in Darlington, England ab
© Black Forest Labs / Flux

Amazon lässt in England die Pakete fliegen

Amazon liefert im englischen Darlington erstmals außerhalb der USA per Drohne, berichtet Retail-News.de. „Prime Air“ beliefere Haushalte im Umkreis von rund zwölf Kilometern mit Artikeln unter 2,2 Kilogramm, im Regelbetrieb innerhalb von 60 Minuten. Die autonome MK30 fliege bis zu 113 km/h schnell und setze Pakete am gewählten Ablageort ab. Für Prime-Mitglieder falle keine Gebühr an.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Amazon startet Prime-Air-Drohnenlieferung in Großbritannien

Amazon hat seinen Drohnenlieferdienst Prime Air erstmals außerhalb der USA in Betrieb genommen. Wie Retail-News.de berichtet, werden seit Februar 2026 im englischen Darlington ausgewählte Bestellungen per Drohne zugestellt. Der Standort im Nordosten Englands dient damit als erste internationale Basis für das Programm und markiert einen weiteren Schritt in Amazons Logistikstrategie. Im Mittelpunkt steht die schnelle, automatisierte Zustellung kleinerer Artikel: Haushalte im Umkreis von rund zwölf Kilometern können geeignete Produkte bestellen, sofern diese unter 2,2 Kilogramm wiegen und in die vorgesehene Versandbox passen.

Nach Unternehmensangaben erreicht Prime Air im Regelbetrieb Lieferzeiten von 60 Minuten oder weniger nach der Bestellung. Für Prime-Mitglieder fällt in Großbritannien derzeit keine zusätzliche Liefergebühr an. Zum Einsatz kommt die MK30-Drohne, die senkrecht startet und landet, anschließend autonom fliegt und Geschwindigkeiten von bis zu 113 km/h erreicht. Kameras und Sensoren sollen Hindernisse während des Flugs erkennen und umfliegen. Vor jedem Start prüfen speziell geschulte Mitarbeitende den technischen Zustand der Drohne, führen Sicherheitskontrollen durch und geben den Flug erst danach frei.

Die Zustellung wird bereits während des Bestellvorgangs vorbereitet: Kundinnen und Kunden wählen über eine digitale Kartenansicht einen geeigneten Ablagebereich auf ihrem Grundstück aus. Die Drohne steuert diesen Punkt selbstständig an, kontrolliert die Umgebung und setzt das Paket am vorgesehenen Ort aus sicherer Höhe ab. Anschließend kehrt sie automatisch zum Logistikzentrum zurück. Die Navigation basiert auf digitalen Karten, permanenter Hinderniserkennung und KI-gestützten Systemen. Damit verlagert Amazon zentrale Teile des Lieferprozesses in eine automatisierte Infrastruktur, die auf kurze Wege, standardisierte Sendungen und präzise Ablagepunkte ausgelegt ist.

Ein entscheidender Faktor bleibt das Wetter. Prime Air steht nur dann als Versandoption zur Verfügung, wenn die Bedingungen den Einsatz erlauben. Die MK30 kann zwar bei leichtem Regen sowie unterschiedlichen Wind- und Temperaturverhältnissen fliegen, bei starkem Wind, schlechter Sicht oder heftigen Niederschlägen wird der Dienst automatisch deaktiviert. Wetterdaten fließen dafür in Echtzeit in den Bestellprozess ein. Diese Einschränkung zeigt, dass Drohnenlieferungen trotz hoher Automatisierung weiterhin stark von äußeren Rahmenbedingungen abhängig sind.

Mit dem Start in Darlington verfolgt Amazon das Ziel, besonders schnelle Lieferungen für kleine Bestellungen zu ermöglichen und die Automatisierung im Versand weiter auszubauen. Die MK30 absolvierte während ihrer Entwicklung nach Unternehmensangaben mehr als 5.100 Testflüge mit insgesamt über 900 Flugstunden. Der britische Standort dient nun als erster internationaler Praxiseinsatz außerhalb der USA. Amazon will die Technologie schrittweise auf weitere Regionen ausweiten und den Einsatz von Prime Air künftig weiter ausbauen.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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