Amazon skaliert Prime Air deutlich aus
Amazon will seinen Drohnenlieferdienst Prime Air in den USA massiv ausbauen: Bis Ende 2026 soll der Service knapp 500 Städte und Gemeinden erreichen. Das entspräche einer Pressemitteilung zufolge einer deutlichen Ausweitung gegenüber dem heutigen Netz und würde Prime Air für Communities mit insgesamt mehreren zehn Millionen potenziellen Kunden verfügbar machen.
Aktuell ist Prime Air in sieben Bundesstaaten aktiv: Arizona, Florida, Kansas, Louisiana, Michigan, Nebraska und Texas. Genannt werden unter anderem Standorte in den Metropolregionen Phoenix, Tampa, Omaha, Detroit, Houston und Dallas sowie Kansas City, Baton Rouge, San Antonio und Waco. Jeder Prime-Air-Standort deckt nach Unternehmensangaben ein Gebiet von rund 175 Quadratmeilen ab. In Kürze sollen weitere Metropolregionen folgen, darunter Chicago, Syracuse, Cleveland, Atlanta und Boise; damit kommen Illinois, New York, Ohio, Georgia und Idaho hinzu. Für Amazons Logistik ist der Ausbau ein Schritt, um die gewohnte Same-Day- und Next-Day-Lieferung um eine noch schnellere Option zu ergänzen.
Der Dienst ist eng in das bestehende Amazon-Einkaufserlebnis integriert: Kunden nutzen dieselbe App, denselben Checkout und den gewohnten Kundenservice inklusive Retouren und A-to-z Guarantee. Bei der ersten Drohnenbestellung wird ein Lieferpunkt angezeigt und bestätigt; dieser kann für spätere Bestellungen beibehalten oder geändert werden. Vor der Ablage prüft die Drohne laut Amazon, ob sich Personen, Haustiere oder Fahrzeuge im vorgesehenen Bereich befinden. Bestellungen können in bis zu 30 Minuten eintreffen, die meisten Lieferungen erreichen Kunden demnach rund 60 Minuten nach dem Checkout.
Für die Drohnenlieferung qualifizieren sich nach Angaben des Unternehmens nahezu alle Artikel, die höchstens fünf Pfund wiegen und in etwa in einen großen Schuhkarton passen. Das entspricht rund 2,3 Kilogramm und umfasst mehr als 60 Prozent der am häufigsten bei Amazon gekauften Produkte. Die Auswahl reicht von Lebensmitteln, Kosmetik, Medikamenten und Haushaltswaren bis zu Elektronik. Als Beispiele nennt Amazon unter anderem iPhones, Samsung-Galaxy-Smartphones, AirTags, AirPods, Ring-Türklingeln und Küchenthermometer.
Auch das Preismodell ist klar definiert: Prime-Mitglieder erhalten die ultrakurze Drohnenlieferung ab einem Bestellwert von 50 Dollar ohne zusätzliche Gebühr. Unterhalb dieser Schwelle zahlen sie 2,99 Dollar, Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft 4,99 Dollar. Amazon betont zudem die operative Reife des Angebots: Prime-Air-Standorte verzeichneten die höchsten durchschnittlichen Drohnen-Liefervolumina in den USA, mit tausenden Zustellungen pro Tag. Nach Aussage von Prime-Air-Vizepräsident David Carbon wurden in diesem Jahr bereits Hunderttausende Pakete per Drohne ausgeliefert. Sicherheit bleibe dabei zentral; Prime Air verfügt über eine FAA-Part-135-Zertifizierung, also einen regulatorischen Rahmen, der für kommerzielle Luftfahrtoperationen genutzt wird.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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