Autonomer Lieferwagen wird nachts an beleuchteter Laderampe im Lager beladen
© Black Forest Labs / Flux

JD.coms Robot-Vans liefern auch nachts

Die autonomen Lieferfahrzeuge von JD.com müssen in Shenzhen auch die Nacht durcharbeiten, berichtet Retail-News.de. Tagsüber übernähmen sie die letzte Meile, nachts belieferten sie die Lager. Hundert Robotlieferwägen würden so zwischen 22 und sechs Uhr auf 121 festen Routen durch die Stadt rollen. Die tägliche Einsatzzeit habe sich von zwölf auf 24 Stunden verdoppelt, die Betriebskosten seien dadurch um 20 Prozent gesunken.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Autonome Lieferfahrzeuge fahren in Shenzhen rund um die Uhr

In Shenzhen weitet JD Logistics den Einsatz autonomer Lieferfahrzeuge deutlich aus. Während die Fahrzeuge tagsüber die letzte Meile bedienen, übernehmen sie nachts Transporte zwischen Logistikstandorten und füllen lokale Verteilzentren auf. Grundlage dafür sind seit April freigegebene Nachtkorridore für autonome Fahrzeuge, die den Verkehr zwischen festgelegten Bezirken ermöglichen. Über das Modell berichtet Retail-News.de. Für den Logistikarm von JD.com entsteht damit ein Betrieb, der vorhandene Fahrzeuge nicht nur länger nutzt, sondern Aufgaben je nach Tageszeit neu verteilt.

Die chinesische Metropole hat für den Nachtbetrieb feste, bezirksübergreifende Routen geschaffen. Die ersten beiden Strecken verbinden Pingshan und Longgang über mehr als 50 Kilometer. JD Logistics gehörte nach Unternehmensangaben zu den ersten Anbietern mit Genehmigung für den Regelbetrieb. Inzwischen sind nahezu 100 autonome Fahrzeuge unterwegs, die 22 Logistikstationen über insgesamt 121 nächtliche Routen miteinander verknüpfen. Der Einsatz findet zwischen 22 Uhr und 6 Uhr statt – also in einem Zeitraum, in dem das geringere Verkehrsaufkommen die Transporte planbarer macht.

Das zentrale Prinzip ist die doppelte Nutzung der Flotte: Tagsüber liefern die Fahrzeuge auf der letzten Meile aus, nachts transportieren sie Waren zwischen Logistikzentren und versorgen lokale Lager mit Lebensmitteln sowie Gütern des täglichen Bedarfs. So entsteht ein 24-Stunden-Betrieb, ohne dass JD Logistics dafür zusätzliche Fahrzeugflotten einsetzen muss. Die automatisierten Fahrzeuge werden damit nicht als isoliertes Pilotprojekt genutzt, sondern in bestehende Abläufe der Logistik integriert.

Die betriebswirtschaftlichen Effekte fallen nach Angaben des Unternehmens deutlich aus. Die durchschnittliche tägliche Einsatzzeit der Fahrzeuge stieg von rund zwölf auf 24 Stunden, die Zahl der täglichen Fahrten von drei auf fünf. Dadurch erhöhte sich die Auslastung um rund 66 Prozent, während die Betriebskosten pro Fahrzeug um etwa 20 Prozent sanken. Zugleich sollen Mitarbeitende stärker Aufgaben übernehmen können, bei denen Kundenservice, Sonderfälle oder menschliche Entscheidungen erforderlich bleiben.

Für den Nachtbetrieb setzt JD Logistics den autonomen Lieferwagen LangzuTech Mini Van ein. Das Fahrzeug verfügt über ein Mehrsensor-System, das Straßenverhältnisse und Hindernisse auch bei schlechten Lichtverhältnissen erkennen kann. Voll beladen erreicht es laut Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 170 Kilometern und eignet sich damit für unterschiedliche Transportaufgaben innerhalb des städtischen Netzes. JD Logistics entwickelt diese Technologie seit mehreren Jahren weiter und plant, im laufenden Jahr mehrere Tausend Fahrzeuge der aktuellen Plus-Generation auszuliefern.

Der Betrieb in Shenzhen zeigt, wie automatisierte Transportlösungen schrittweise Teil regulärer Lieferketten werden. Statt autonome Fahrzeuge nur zu testen, verbindet JD Logistics klassischen Lieferverkehr mit automatisierter Nachschublogistik. Das Modell soll bestehende Infrastruktur besser auslasten, Transportkosten reduzieren und die Versorgung lokaler Standorte effizienter organisieren. Entscheidend ist dabei nicht allein die Automatisierung, sondern die kontinuierliche Auslastung über Tag und Nacht hinweg.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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