Das Konsumbarometer des HDE steigt im September wieder leicht. Der Wert liege aber unter dem Jahresbeginn und unter dem Vorjahr, eine Belebung des privaten Konsums sei nicht erkennbar. Immerhin ziehe die Anschaffungsneigung an und erreiche Vorjahresniveau, auch wandere vermehrt Geld vom Sparschwein ins Portemonnaie. Auch die Konjunkturerwartung falle optimistischer aus als im Vormonat.
Das Konsumbarometer des HDE legt im September 2026 wieder leicht zu. Nach der Verschlechterung im August verbessert sich die Verbraucherstimmung damit etwas, bleibt aber insgesamt schwach. Der aktuelle Wert liegt unter dem Jahresbeginn und zugleich unter dem Niveau des Vorjahres. Eine spürbare Belebung des privaten Konsums ist aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland derzeit nicht erkennbar.
Stimmung erholt sich, bleibt aber gedämpft
Die Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild: Positiv ist, dass das Barometer im September nicht weiter fällt. Damit bleibt die Erwartung bestehen, dass sich die Konsumstimmung im letzten Quartal des Jahres noch etwas stabilisieren könnte. Gleichzeitig bleibt die Lage im Vergleich zum Vorjahr eingetrübt. Die geopolitische Unsicherheit wirkt weiter belastend, eine durchgreifende Besserung zeichnet sich laut HDE aktuell nicht ab.
Für den Einzelhandel bedeutet das: Die Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen zwar wieder etwas mehr Bereitschaft zu größeren Ausgaben, ein breiter Konsumschub ist daraus bisher aber nicht abzuleiten. Der private Konsum bleibt ein unsicherer Faktor, auch weil Erwartungen zu Einkommen, Inflation und wirtschaftlicher Entwicklung weiterhin verhalten ausfallen.
Anschaffungsneigung erreicht Vorjahresniveau
Ein Lichtblick ist die Entwicklung der Anschaffungsneigung. Sie steigt im September und liegt wieder auf einem vergleichbaren Niveau wie im entsprechenden Vorjahresmonat. Zudem deutet das Barometer darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher derzeit etwas weniger stark sparen und wieder mehr Geld für Konsum einplanen. Diese Verschiebung vom Sparen hin zu Ausgaben fällt jedoch vorsichtig aus und reicht noch nicht für eine klare Trendwende.
Auch die Erwartungen zur Konjunktur fallen optimistischer aus als im Vormonat. Dennoch bleibt der entsprechende Wert unter dem Vorjahresniveau. Die wirtschaftliche Einschätzung verbessert sich also nur relativ zum August, nicht im längerfristigen Vergleich. Bei der Einkommenserwartung zeigt sich keine nennenswerte Veränderung. Zusätzlich rechnen die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin mit einer steigenden Inflationsrate, was die Kauflaune belasten kann.
Frühindikator für die kommenden drei Monate
Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats und wird vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE erstellt. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen. Abgefragt werden unter anderem Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanzielle Situation und weitere konsumrelevante Faktoren.
Wichtig für die Einordnung: Das Barometer bildet nicht das aktuelle Kaufverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung für die kommenden drei Monate. Im September signalisiert es eine leichte Aufhellung nach dem schwächeren August, zugleich aber weiterhin eine gedämpfte Verbraucherlaune. Weitere Informationen stellt der HDE unter https://einzelhandel.de/konsumbarometer bereit. Grundlage bleibt eine monatliche Erhebung mit 1.600 befragten Personen.

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