Die Inflationsrate kletterte im August auf 2,9 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Treiber bleibe die Energie mit 10,5 Prozent Aufschlag: Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 27,7 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 49,6 Prozent. Für den Online-Handel zählt eher das Kleingedruckte: Gebrauchsgüter legten nur um ein Prozent zu, Haushaltsgeräte kosteten 1,9 Prozent weniger, Unterhaltungselektronik 2,8 Prozent.
Inflation zieht im August weiter an
Die Inflationsrate in Deutschland ist im August 2026 auf 2,9 Prozent gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Damit bestätigte Destatis das vorläufige Ergebnis. Gegenüber Juli erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Nach 2,3 Prozent im Juni und 2,8 Prozent im Juli hat sich die Teuerung damit erneut leicht verstärkt.
Haupttreiber bleibt die Energie. Energieprodukte kosteten im August insgesamt 10,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Kraftstoffen aus: Sie verteuerten sich binnen Jahresfrist um 27,7 Prozent. Leichtes Heizöl lag sogar 49,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Destatis verweist dabei auf die seit Beginn des Iran-Kriegs beobachtete Entwicklung am Rohölmarkt, die sich weiter an den Tankstellen bemerkbar machte.
Energie belastet, Haushaltsenergie fällt teils günstiger aus
Der Blick auf die Einzelpositionen zeigt ein gemischtes Bild. Während Kraftstoffe und Heizöl stark anzogen, sanken die Preise für Strom um 5,5 Prozent, Erdgas einschließlich Betriebskosten um 2,9 Prozent und Fernwärme um 1,0 Prozent. Haushaltsenergie war insgesamt 0,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, obwohl Heizöl deutlich teurer wurde. Die Rückgänge bei Strom, Erdgas und Fernwärme führt Destatis teilweise auf Maßnahmen der Bundesregierung zurück, die bereits seit Jahresbeginn umgesetzt wurden.
Auch bei Lebensmitteln blieb der Preisdruck vergleichsweise gering. Nahrungsmittel verteuerten sich im August nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Einzelne Warengruppen wichen jedoch stark ab: Eier kosteten 15,2 Prozent mehr, frisches Gemüse 5,2 Prozent und Fisch sowie Meeresfrüchte 4,4 Prozent. Günstiger wurden vor allem Speisefette und Speiseöle mit minus 15,3 Prozent, darunter Butter mit minus 29,9 Prozent. Frisches Obst verbilligte sich um 5,6 Prozent, Molkereiprodukte um 5,5 Prozent.
Was die Zahlen für den Handel bedeuten
Für den Onlinehandel liegt die Relevanz weniger in der Gesamtinflation als in den Warengruppen. Waren verteuerten sich insgesamt um 3,0 Prozent, Verbrauchsgüter um 4,2 Prozent. Gebrauchsgüter legten dagegen nur um 1,0 Prozent zu. Für Shops mit Sortimenten aus Elektronik, Haushaltswaren oder langlebigen Konsumgütern ist das ein wichtiger Unterschied zur stark energiegetriebenen Gesamtteuerung.
Besonders auffällig sind die Preisrückgänge in Kategorien, die im digitalen Handel eine große Rolle spielen. Haushaltsgeräte kosteten 1,9 Prozent weniger als im August 2025, Geräte der Unterhaltungselektronik 2,8 Prozent weniger. Gleichzeitig stiegen Informationsverarbeitungsgeräte um 9,0 Prozent und Tabakwaren um 6,0 Prozent. Damit bleibt die Preisentwicklung je nach Sortiment sehr unterschiedlich.
Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag im August bei 2,4 Prozent und damit unter der Gesamtteuerung. Ohne Energie betrug die Inflationsrate 2,2 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe 2,0 Prozent. Für Preisstrategie, Aktionsplanung und Versand bleibt daher die Trennung zwischen energiebedingten Kostenimpulsen und tatsächlichen Warenpreisen zentral. Der nächste Prüfpunkt ist, ob Kraftstoffe und Heizöl die Gesamtinflation auch im September weiter über dem Niveau der Kerninflation halten; im August lagen Kraftstoffe bei plus 27,7 Prozent.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
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