Foto: Frau hält eine Bluse vor dem Kleiderschrank und blickt auf ihr Smartphone.
© Black Forest Labs / Flux

Stitch Fix: Virtuelle Garderobe macht Umsatz

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Der US-Stylingdienst Stitch Fix verzeichnet nach eigenen Angaben deutlich höhere Ausgaben bei Kunden, die sich per KI in Outfits betrachten, berichtet Pymnts.com. Das Werkzeug montiere Nutzer anhand eines zuvor hochgeladenen Selfies in empfohlene Kombinationen: Mehr als 22 Mio. solcher Bilder habe das Unternehmen bereits ausgespielt. Im Quartal sei die Zahl aktiver Kunden zwar um 1,4 Prozent gesunken, doch der Umsatz je Kunde um 7,8 Prozent gestiegen. Unterm Strich bleibe ein Plus von 4,2 Prozent.

Der US-Stylingdienst Stitch Fix sieht in seiner KI-gestützten Anprobe einen spürbaren Hebel für höhere Kundenausgaben. Nutzerinnen und Nutzer können in der Freestyle-On-demand-Shoppingumgebung per „See it on me“ sehen, wie empfohlene Outfits an ihnen selbst aussehen würden. Grundlage ist ein zuvor hochgeladenes Selfie, aus dem Stitch Fix Vision personalisierte Bilder erzeugt. Nach Angaben von CEO Matt Baer führt die Nutzung des Tools zu einem signifikanten Anstieg der 90-Tage-Ausgaben im Freestyle-Angebot, berichtet Pymnts.com.

Personalisierung als Umsatztreiber

Stitch Fix hatte die Visualisierungsplattform Vision im Oktober gestartet und im Juni erweitert. Seit dem Start wurden laut Baer bereits mehr als 22 Mio. Vision-Bilder an Kundinnen und Kunden ausgespielt. Das Unternehmen verbindet dabei KI mit den bekannten Präferenzen der einzelnen Kunden, um personalisierte Styling-Inspirationen zu liefern. Die Funktion ist Teil einer breiteren Neuausrichtung der Kundenerfahrung, bei der interaktive Beratung und datenbasierte Empfehlungen stärker ineinandergreifen.

Die Quartalszahlen zeigen ein gemischtes, aber für Stitch Fix positives Bild: Die Zahl aktiver Kunden sank im Jahresvergleich um 1,4 Prozent, gleichzeitig stieg der Nettoumsatz je aktivem Kunden um 7,8 Prozent. Insgesamt legte der Nettoumsatz um 4,2 Prozent zu. Baer verwies darauf, dass Stitch Fix damit besser abschnitt als der gesamte US-Markt für Bekleidung, Schuhe und Accessoires, der im Quartal unverändert blieb.

KI entlastet auch den Betrieb

Neben der sichtbaren Kundenfunktion setzt Stitch Fix KI nach eigenen Angaben auch intern ein. Die Technologie unterstützt Stylisten bei Produktempfehlungen, sodass mehr Zeit für den Kundenservice bleibt. In den Fulfillment-Centern hilft sie bei der täglichen Personalplanung und der kurzfristigen Einsatzsteuerung. Im Kundenservice übernimmt sie routinemäßige Anfragen, während Mitarbeitende sich auf Anliegen mit höherem Betreuungsbedarf konzentrieren können.

Baer ordnet diese Anwendungen als Beitrag zu höherer Produktivität und niedrigeren Servicekosten ein. Für Stitch Fix bleibt Technologie damit ein zentraler Bestandteil des Modells: Die Kombination aus proprietären Daten, Algorithmen und Stylistenexpertise soll die Personalisierung im Einkauf verbessern und zugleich operative Abläufe effizienter machen. Der nächste Prüfpunkt ist, ob der höhere Umsatz je aktivem Kunden den Rückgang der Kundenbasis weiter ausgleichen kann; im zuletzt berichteten Quartal stand ein Umsatzplus von 4,2 Prozent.

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