Google testet in Indien den Kauf bei Flipkart direkt in Gemini und im KI-Modus, berichtet Techcrunch.com. Wer auf den Kauf-Button tippe, lande im Checkout der Walmart-Tochter. Der Test laufe mit wenigen Nutzern und beschränke sich auf Smartphones, Elektronik und Zubehör; noch im Oktober solle er aber zur indischen Festtagssaison breiter starten. Konkurrent Amazon erscheine auch in den Such-Ergebnissen, allerdings ohne Kauf-Button.
Google testet in Indien eine neue Einkaufsfunktion, die Produktsuche und Kaufabschluss enger zusammenführt. In Gemini und im KI-Modus erscheint bei ausgewählten Flipkart-Angeboten ein „Buy“-Button, wie Techcrunch.com berichtet. Tippen Nutzer darauf, werden sie direkt in einen Checkout-Flow der Walmart-Tochter Flipkart geführt.
Testlauf vor der indischen Festtagssaison
Der Versuch ist bislang auf wenige Nutzer und eine begrenzte Produktauswahl beschränkt. Dazu zählen vor allem Smartphones, Elektronik und Zubehör. Andere Nutzer sehen weiterhin reguläre Flipkart-Listings in Gemini und im KI-Modus, ohne direkt aus der KI-Oberfläche heraus kaufen zu können. Laut TechCrunch plant Google, die Funktion noch im Oktober breiter auszurollen – rechtzeitig vor der indischen Festtagssaison, in der große E-Commerce-Plattformen traditionell mit starken Rabattaktionen um Käufer konkurrieren.
Der Test zeigt, wie Google seine KI-Dienste stärker in den Handel verschiebt. Gemini und der KI-Modus sollen damit nicht mehr allein Produkte erklären, vergleichen oder empfehlen. Sie rücken näher an den eigentlichen Kaufprozess heran. Für den Onlinehandel wäre das ein weiterer Schritt hin zu vom Suchen zum Kaufen innerhalb einer einzigen digitalen Umgebung.
Flipkart im Zentrum des Experiments
Auffällig ist die enge Rolle von Flipkart. Google hatte 2024 rund 350 Millionen Dollar in das indische E-Commerce-Unternehmen investiert und hält damit eine Minderheitsbeteiligung. Zusätzlich besteht eine Technologiepartnerschaft. Anfang des Monats hatte Google bereits erklärt, Flipkart gehöre zu den Händlern, mit denen in Indien sogenannte agentische Shopping-Erlebnisse entwickelt werden sollen. Details zum aktuellen Test und zum Zeitplan waren damals noch nicht öffentlich.
Unklar bleibt, welche technische Grundlage die neue Kaufoption nutzt. Google hatte zuvor mit dem Universal Commerce Protocol einen offenen Standard vorgestellt, der KI-Agenten durch verschiedene Phasen des Einkaufs führen soll, einschließlich Checkout. Die nun von TechCrunch beschriebene Umsetzung wirkt jedoch anders als der zuvor demonstrierte Google-gehostete Checkout. Beim Flipkart-Test öffnet sich ein klar als Flipkart erkennbarer Checkout-Flow.
Amazon erscheint ohne Kaufoption
Der Test ist bislang nicht auf alle Händler ausgeweitet, die in Googles KI-Diensten angezeigt werden. In der von TechCrunch gesehenen Erfahrung tauchten Angebote von Konkurrenten wie Amazon neben Flipkart-Produkten auf, jedoch ohne Kauf-Button. Damit erhält Flipkart in der getesteten Oberfläche eine Funktion, die anderen sichtbaren Anbietern derzeit fehlt. Google erklärte auf Anfrage lediglich, man teste regelmäßig neue Funktionen, um Menschen beim Entdecken und Verbinden mit Unternehmen zu helfen. Flipkart reagierte laut Bericht zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Der breitere Start ist nach den vorliegenden Informationen für später im Oktober geplant.
