Foto: Hand einer Ladenkraft wechselt ein Preisetikett an einem Supermarktregal mit Lebensmitteln.
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Mehr Preiserhöhungen im Handel geplant

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Im Handel planen deutlich mehr Unternehmen Preiserhöhungen, meldet das Ifo-Institut. Der Indikator für die Preiserwartungen der Branche sei im September von 30,0 auf 35,6 Punkte gestiegen. Das Institut sehe darin ein Zeichen, dass die Wirtschaft die gestiegenen Energiepreise zunehmend weitergebe: Seit der Blockade der Meerenge Bab al-Mandab seien die Rohölpreise erneut angezogen, Erdgas und Strom kosteten Mitte September so viel wie seit Ende 2022 nicht mehr. Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erwarte eine Inflationsrate von über drei Prozent.

Im Handel mehren sich die Signale für steigende Preise. Nach Angaben des Ifo-Instituts planen im September deutlich mehr Unternehmen, ihre Verkaufspreise anzuheben. Der entsprechende Indikator für die Branche stieg von 30,0 auf 35,6 Punkte. Damit fällt der Zuwachs im Handel stärker aus als in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft.

Hintergrund ist vor allem der erneute Kostenschub bei Energie. Das Institut wertet die Entwicklung als Hinweis darauf, dass die gestiegenen Energiepreise zunehmend an Kunden weitergegeben werden. Seit der Blockade der Meerenge Bab al-Mandab haben die Rohölpreise erneut deutlich angezogen. Erdgas und Strom erreichten Mitte September den höchsten Stand seit Ende 2022. Bereits spürbar verteuert haben sich laut Ifo auch Sprit und Heizöl.

Preisdruck reicht über Energie hinaus

Gesamtwirtschaftlich stiegen die Ifo-Preiserwartungen im September leicht auf 22,7 Punkte, nach saisonbereinigt korrigierten 21,4 Punkten im August. Der Anstieg zeigt, dass mehr Unternehmen mit höheren Preisen rechnen. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erwartet zudem, dass Energieversorger im Winter die Preise für Strom und Gas anheben dürften. Gleichzeitig nehme der Preisdruck bei vielen Waren und Dienstleistungen weiter zu.

Besonders deutlich fällt der Anstieg bei energieintensiven Industrieunternehmen aus. Dort kletterte der Indikator von saisonbereinigt korrigierten 19,5 auf 24,8 Punkte. Bei nicht-energieintensiven Unternehmen erhöhte sich der Wert nur moderat von 19,2 auf 20,4 Punkte. Der Handel liegt mit 35,6 Punkten jedoch klar über diesen Werten und signalisiert damit eine besonders ausgeprägte Bereitschaft zu Preisanpassungen.

Dienstleister planen seltener Erhöhungen

Nicht alle Wirtschaftsbereiche zeigen dieselbe Richtung. Bei den Dienstleistern gingen die Preiserwartungen im September zurück. Der Wert sank von saisonbereinigt korrigierten 20,9 auf 19,8 Punkte. Damit hebt sich der Dienstleistungssektor von Industrie und Handel ab, wo die Erwartungen überwiegend nach oben zeigen.

Für Verbraucher und Handel rückt damit die weitere Entwicklung der Energiepreise stärker in den Fokus. Wollmershäuser rechnet damit, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten auf über 3 Prozent steigt. Der nächste Prüfpunkt ist die Preissetzung der Energieversorger im Winter.

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