Amazons Lagerdienst „Global Warehousing and Distribution“ startet bis Jahresende in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien, berichtet Ecommercenews.eu. Händler könnten eine Produktionscharge direkt in ein Amazon-Lager in der Nähe ihrer Fabrik senden. Die Ware lagere dort gebündelt und wandere erst bei Nachfrage in die FBA-Zentren einzelner Länder. Die Lagerkosten seien laut Amazon niedriger als bei „Amazon Warehousing and Distribution“, Amazons Lagerdienst für Großmengen, den der Konzern 2022 in den USA gestartet hat.
Amazons GWD-Lagerdienst kommt nach Europa
Amazon weitet seinen Lagerdienst Global Warehousing and Distribution, kurz GWD, bis Jahresende nach Europa aus. Der Start ist für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien angekündigt, berichtet Ecommercenews.eu. Zusätzlich nennt Amazon Japan und Kanada als weitere neue Märkte. Damit wächst der bislang auf Verkäufer und Kunden in den USA ausgerichtete Dienst auf insgesamt sieben weitere Länder.
GWD richtet sich an Marktplatzhändler, die grenzüberschreitenden E-Commerce einfacher organisieren wollen. Statt Bestände frühzeitig auf mehrere Länder und Lager aufzuteilen, können Händler eine Produktionscharge an ein einzelnes von Amazon betriebenes GWD-Lager senden. Von dort aus sollen Kunden in mehreren Ländern erreicht werden. Die Ware bleibt zunächst gebündelt gelagert und wird erst dann in ein bestimmtes Land weitergeleitet, wenn dort Nachfrage entsteht.
Gebündelte Bestände statt verteilter Lagerhaltung
Das Modell soll vor allem den Aufwand in der internationalen Logistik reduzieren. Amazon beschreibt GWD als Lösung, bei der Produkte in einem gemeinsamen Bestandspool liegen. Händler erhalten dadurch eine einheitliche Sicht darauf, wo ihre Ware gelagert ist. Erst bei Bedarf werden Artikel in lokale FBA-Fulfillment-Center verschoben, um anschließend eine schnelle Auslieferung an Kunden zu ermöglichen.
Ein Beispiel aus Amazons Darstellung betrifft Händler mit Produktion in Shenzhen, China. Sie können ihre Waren demnach in größeren Mengen in einer GWD-Einrichtung in derselben Stadt lagern. Von dort aus lässt sich der Bestand später in die jeweiligen Zielländer nachfüllen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Lagerkosten niedriger als bei AWD, also Amazon Warehousing and Distribution, dem 2022 in den USA gestarteten Großmengen-Lagerdienst. Zudem soll die Auffüllung in FBA-Lager bis zu fünf Tage schneller erfolgen als bei anderen Diensten.
Für Händler verändert sich damit vor allem die Planung der Warenströme. Sie müssen Bestände nicht schon vorab in separate Länderchargen aufteilen, sondern können zunächst zentral einlagern und später nachfrageorientiert verteilen. Der Dienst bleibt dabei eng an Amazons Marktplatz- und FBA-Struktur gebunden: GWD übernimmt die vorgelagerte Lagerung, FBA die kundennahen Fulfillment-Schritte.
Der europäische Start markiert einen weiteren Ausbau von Amazons Zusatzservices für Marktplatzverkäufer. Konkret angekündigt ist die Expansion von GWD bis Jahresende in sieben Länder: Japan, Kanada, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien.
