Neun von zehn Euro, die EU-Verbraucher 2025 online bei Händlern außerhalb der Union ausgaben, landeten bei Temu, Shein und Aliexpress, zitiert Ecommercenews.eu eine Studie von ECDB. Das seien 49,7 Mrd. von 55,1 Mrd. Euro. Insgesamt habe der Abfluss 13,1 Prozent der Online-Ausgaben für physische Waren ausgemacht. 2020 seien es nur 2,3 Prozent gewesen, für dieses Jahr würden 15,2 Prozent erwartet. Der Gegenverkehr wirkt wie ein Rinnsal: Der EU-Handel habe nur 3,9 Mrd. Euro an Kunden außerhalb der Union umgesetzt , gut die Hälfte davon an die Schweiz.
Eine neue Auswertung von ECDB zeigt, wie stark sich die Ausgaben europäischer Verbraucher im grenzüberschreitenden E-Commerce auf wenige chinesische Plattformen konzentrieren. Nach Angaben, die Ecommercenews.eu zitiert, gingen 2025 neun von zehn Euro, die Verbraucher aus der EU online bei Händlern außerhalb der Union ausgaben, an Temu, Shein und AliExpress. In absoluten Zahlen entspricht das 49,7 Milliarden Euro von insgesamt 55,1 Milliarden Euro, die für physische Waren in Nicht-EU-Shops ausgegeben wurden.
Der Befund macht sichtbar, wie groß der Abfluss aus dem europäischen Onlinehandel inzwischen ist. Insgesamt kauften EU-Verbraucher laut ECDB physische Waren im Wert von 421 Milliarden Euro online. Davon blieben 86,9 Prozent bei Anbietern innerhalb der Europäischen Union. Die übrigen 13,1 Prozent gingen an Händler außerhalb der EU. Innerhalb dieses Anteils dominieren chinesische Anbieter klar: Auf Shein, Temu und AliExpress entfielen 90,2 Prozent der grenzüberschreitenden Ausgaben, die die Union verließen.
China dominiert den Abfluss, USA und Großbritannien folgen mit Abstand
Die Verteilung zeigt ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den Zielmärkten. Während chinesische Plattformen den größten Teil der Ausgaben auf sich ziehen, erreichten Anbieter aus den USA nur 4,8 Prozent des aus der EU abfließenden Onlineumsatzes. Auf Großbritannien entfielen 4,6 Prozent. Die Konzentration auf drei Plattformen unterstreicht, wie stark Preis, Sortiment und Reichweite großer Marktplätze die Kaufströme im europäischen Onlinehandel prägen.
Auch die Entwicklung über mehrere Jahre fällt deutlich aus. 2020 gingen erst 2,3 Prozent der Onlineausgaben von EU-Verbrauchern an Händler außerhalb der Union. 2025 lag dieser Anteil bereits bei 13,1 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet ECDB einen weiteren Anstieg auf 15,2 Prozent. Damit wächst der grenzüberschreitende Einkauf außerhalb der EU deutlich schneller als der Gegenverkehr.
EU-Händler verkaufen deutlich weniger in Nicht-EU-Märkte
Auf der Gegenseite erzielten Onlinehändler aus der EU laut Bericht lediglich 3,9 Milliarden Euro Umsatz mit Kunden außerhalb der Union. Mehr als die Hälfte dieser Verkäufe, nämlich 51 Prozent, ging in die Schweiz. Weitere 18 Prozent entfielen auf Kunden in den USA, 10 Prozent auf Großbritannien. Im Vergleich zu den 55,1 Milliarden Euro, die EU-Verbraucher bei Nicht-EU-Händlern ausgaben, bleibt der Rückfluss damit gering.
Die Zahlen fassen einen Markt zusammen, in dem sich die internationalen Warenströme im digitalen Handel stark verschoben haben. ECDB verweist zudem darauf, dass Temu in einem früheren Bericht bereits in fast jedem europäischen Land in die Top 10 der Onlinehändler vorgedrungen sei. Der nächste Prüfpunkt ist die Prognose für das laufende Jahr: 15,2 Prozent der Onlineausgaben von EU-Verbrauchern könnten an Nicht-EU-Shops gehen.
