Indiens Online-Handel wächst 2026 um 22 bis 24 Prozent auf mehr als 90 Mrd. Dollar, so schnell wie seit fünf Jahren nicht, zitiert Retailasia.com eine Studie von Redseer. Am stärksten lege Quick Commerce zu: Der Anteil der Sofortlieferung am Online-Markt sei binnen eines Jahres von 14 auf 22 Prozent gestiegen. Zugleich verjünge sich die Kundschaft: Die Generation Z stemme mittlerweile rund 35 Prozent des Handelsvolumens, 2022 seien es erst zehn Prozent gewesen.
Indiens Onlinehandel wächst so schnell wie seit fünf Jahren nicht
Indiens Onlinehandel steht 2026 vor einem deutlichen Wachstumsschub. Laut einer Studie von Redseer Strategy Consultants, über die Retailasia.com berichtet, soll der Markt in diesem Jahr auf mehr als 90 Milliarden Dollar steigen. Das entspricht einem Plus von 22 bis 24 Prozent und wäre das höchste jährliche Wachstum seit fünf Jahren.
Bereits im ersten Halbjahr legte der Onlinehandel um rund 25 Prozent auf etwa 38 Milliarden Dollar zu. Damit erreichte der Markt das stärkste erste Halbjahr seit vier Jahren. Alle großen Kategorien wuchsen schneller als im Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelten sich Lebensmittel mit 51 Prozent, Beauty und Körperpflege mit 38 Prozent sowie Home und Furniture mit 33 Prozent.
Lebensmittel dürften 2026 Mobiltelefone als zweitgrößte Online-Kategorie ablösen. Redseer erwartet einen Marktanteil von rund 19 Prozent, während Mobiles bei etwa 16 Prozent liegen sollen. Elektronik wuchs im ersten Halbjahr um etwa 20 bis 22 Prozent. Gründe waren unter anderem eine GST-Senkung bei großen Haushaltsgeräten, starke Nachfrage nach Klimaanlagen sowie vorgezogene Käufe von Laptops und Tablets vor erwarteten Preiserhöhungen. Der Bereich Mobiles blieb dagegen weitgehend stabil.
Quick Commerce wird zum strukturellen Wachstumstreiber
Die stärkste Verschiebung zeigt sich bei Quick Commerce. Der Anteil der Sofortlieferungen am Online-Markt stieg binnen eines Jahres von 14 auf 22 Prozent. Im ersten Halbjahr verdoppelte sich das Segment zum dritten Mal in Folge und erreichte rund 9 Milliarden Dollar. Laut Studie nutzen inzwischen mehr als 60 Millionen Menschen monatlich entsprechende Angebote aktiv.
Damit verändert sich auch die Rolle von Logistik im digitalen Handel. Schnelle Verfügbarkeit und kurze Lieferfenster prägen zunehmend den Wettbewerb, besonders bei Alltagskategorien. Redseer beschreibt Quick Commerce, Value Commerce und die Generation Z als strukturelle Wachstumstreiber des Onlinehandels.
Parallel verschiebt sich die Nachfrage geografisch. Städte der Kategorie Tier 2+ wuchsen im ersten Halbjahr in Mode sowie Beauty und Körperpflege stärker als die Metropolen. Das unterstreicht, dass die nächste Wachstumsphase breiter ausfällt und nicht allein von den größten urbanen Märkten getragen wird.
Generation Z prägt das Handelsvolumen stärker
Auch die Kundschaft verändert sich deutlich. Die Generation Z steht inzwischen für rund 35 Prozent des Online-GMV im ersten Halbjahr. Im Jahr 2022 lag ihr Anteil erst bei etwa zehn Prozent. Damit gewinnt eine jüngere Käufergruppe im digitalen Handel erheblich an Gewicht.
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Redseer ein Wachstum von 21 bis 25 Prozent. Elektronik dürfte sich nach vorgezogener Nachfrage im ersten Halbjahr auf 12 bis 15 Prozent abkühlen. Mobiles sollen nur um 3 bis 5 Prozent zulegen, da Preiserhöhungen die Absatzmengen bremsen.
Die Festtagssaison bleibt ein zentraler Prüfpunkt für den Markt. Redseer prognostiziert hier ein Wachstum von etwa 25 Prozent auf 15 bis 16 Milliarden Dollar. Die Zahl der Festtagskäufer soll von 160 Millionen im Jahr 2025 auf 180 bis 185 Millionen steigen. Quick Commerce dürfte in diesem Zeitraum um 110 bis 120 Prozent wachsen und seinen Anteil von 11 auf 18 Prozent erhöhen.
