Die Drogeriekette dm baut Anfang 2027 einen KI-Einkaufsagenten in ihre App ein, berichtet Businessinsider.de. Der Helfer namens „dm-mitgedacht“ solle zunächst Einkaufslisten führen, Produkte finden und den Warenkorb nach Vorgaben umbauen, später auf Wunsch auch selbst zur Kasse gehen. In Deutschland biete bislang nur der Lieferdienst Knuspr einen Agenten an, der den kompletten Bestellprozess übernehme.
dm will den Online-Einkauf in der eigenen App deutlich stärker automatisieren. Anfang 2027 soll der Dienst „dm-mitgedacht – dein Einkaufshelfer“ starten, ein KI-Einkaufsagent, der Kunden durch den digitalen Einkauf führt. Das berichtet Businessinsider.de. Zum Auftakt soll der Assistent vor allem eine intelligente Einkaufsliste bereitstellen. Nutzer können Produkte finden, Warenkörbe zusammenstellen und diese nach bestimmten Vorgaben verändern lassen.
Vom Einkaufszettel zur automatisierten Bestellung
Der Funktionsumfang soll schrittweise wachsen. Perspektivisch ist vorgesehen, dass der Helfer auf Wunsch auch die Kaufabwicklung übernimmt und selbst zur Kasse geht. Damit würde dm einen Teil des Bestellprozesses an einen digitalen Agenten übergeben, der Einkaufswünsche ausführt und Routinen vereinfacht. Der Ansatz richtet sich besonders an wiederkehrende Drogerieeinkäufe, bei denen viele Kunden regelmäßig ähnliche Produkte benötigen.
Für dm ist der geplante Agent mehr als eine zusätzliche App-Funktion. Geschäftsführer Sebastian Bayer erwartet, dass sich das Einkaufsverhalten in den kommenden Jahren spürbar verändert. Diese Entwicklung werde grundlegende Konsequenzen für das Geschäft haben. Händler und Markenhersteller müssten gemeinsam daran arbeiten, dass ihre Angebote in automatisierten Einkaufsumgebungen sichtbar und relevant bleiben.
Agentic Commerce erreicht den Handel
Der Vorstoß steht in einem größeren Kontext: Auch große Tech-Unternehmen arbeiten an Assistenten, die Aufgaben für Nutzer erledigen. Meta hat mit Muse bereits einen solchen Dienst vorgestellt, der bislang in den USA und Kanada verfügbar ist und unter anderem beim Einkaufen helfen soll. Amazon verweigert dem Bot laut Bericht bereits den Zugang. In Deutschland bietet bisher der zur Rohlik-Gruppe gehörende Lieferdienst Knuspr einen KI-Agenten an, der den kompletten Bestellprozess übernehmen kann.
dm sieht trotz externer Konkurrenz gute Chancen, Kunden im eigenen Angebot zu halten. Marcel Rieser, unter anderem für das Onlinegeschäft zuständig, verweist auf den Charakter vieler Drogerieartikel. Aus seiner Sicht dürfte die Mehrheit niedrigpreisige Einzelprodukte wie Zahnpasta oder Seife kaum über mehrere Händler hinweg zusammensuchen lassen. Der eigene Agent soll daher Komfort schaffen und zugleich die Bindung an das dm-Ökosystem stärken.
Produktdaten werden zum Wettbewerbsfaktor
Mit Einkaufsagenten steigen auch die Anforderungen an Hersteller. Besonders wichtig wird nach Einschätzung von dm die Qualität der Produktinformationen. Unvollständige oder schlecht gepflegte Stammdaten könnten dazu führen, dass Produkte in agentengesteuerten Einkaufsprozessen seltener berücksichtigt werden. Für Marken entsteht damit ein neuer Druckpunkt: zuverlässige Produktinformationen werden zur Voraussetzung, um in automatisierten Warenkörben präsent zu bleiben.
Der nächste konkrete Schritt ist der Start von „dm-mitgedacht“ Anfang 2027. Zunächst stehen Einkaufslisten, Produktsuche und Warenkorb-Anpassungen im Mittelpunkt; die automatisierte Kaufabwicklung soll später folgen.
