Schwedens Online-Händler haben im zweiten Quartal acht Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum, berichtet Ecommercenews.eu. Alle Sektoren seien gewachsen, Apotheken mit 13 Prozent am stärksten, Lebensmittel und Unterhaltungselektronik mit je zehn Prozent. Ausgerechnet im Heimatland des Billy-Regals wachse das Segment Möbel und Einrichtung mit vier Prozent nur halb so schnell wie der Gesamtmarkt.
Schwedens Onlinehandel hat im zweiten Quartal spürbar zugelegt. Nach Angaben aus PostNords aktuellem E-barometern-Report stiegen die Online-Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent, wie Ecommercenews.eu berichtet. Die Untersuchung basiert auf Angaben von 83 Online-Unternehmen sowie 1.300 Verbraucherinnen und Verbrauchern. Auffällig ist die Breite des Wachstums: Laut Bericht legten alle betrachteten Online-Sektoren zu.
Apotheken wachsen am stärksten
Den größten Zuwachs erzielte der Apothekenbereich mit 13 Prozent. Dahinter folgen Lebensmittel sowie Unterhaltungselektronik mit jeweils zehn Prozent. Deutlich verhaltener entwickelte sich dagegen das Segment Möbel und Einrichtung. Ausgerechnet im Heimatmarkt großer Möbelmarken wuchs dieser Bereich nur um vier Prozent. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte das Plus dort noch bei 20 Prozent gelegen. Bücher und Medien bildeten mit zwei Prozent Wachstum das Schlusslicht der ausgewiesenen Kategorien.
Die Zahlen zeigen damit einen insgesamt robusten Markt, aber auch deutliche Unterschiede zwischen den Sortimenten. Während apothekennahe Produkte, Lebensmittel und Elektronik überdurchschnittlich profitieren, verliert der Möbel- und Einrichtungsbereich klar an Dynamik. Ob sich das Wachstum des Gesamtmarkts im weiteren Jahresverlauf fortsetzt, bleibt laut Bericht offen.
Kundenbewertungen bleiben zentral
Neben den Umsätzen beleuchtet der E-barometern auch das Verhalten schwedischer Konsumentinnen und Konsumenten. Die Website des Onlineshops bleibt mit einem Anteil von 54 Prozent der wichtigste Ort für Inspiration und Produktsuche. Zugleich gewinnen Social Media und KI-Dienste als zusätzliche Kanäle an Bedeutung. Der Bericht erwartet, dass insbesondere KI-Angebote in den kommenden Quartalen weiter an Anteil gewinnen könnten.
Für die konkrete Kaufentscheidung sind Bewertungen weiterhin besonders wichtig. 50 Prozent der Verbraucher geben an, dass Kundenrezensionen die wichtigste Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Produkts sind. Gesucht werden diese Bewertungen sowohl direkt in Onlineshops als auch über Suchmaschinen. Für Händler ergibt sich daraus ein klarer Hinweis: Sichtbare, glaubwürdige Rezensionen bleiben ein zentraler Faktor im digitalen Verkauf.
Digitale Begleiter im stationären Geschäft
Der Report beschreibt außerdem, wie stark digitale Angebote den Einkauf im Laden begleiten. Bis zu sieben von zehn Konsumentinnen und Konsumenten haben während eines Filialbesuchs bereits die Website oder App des jeweiligen Geschäfts genutzt. Vier von zehn taten dies, um den Lagerbestand eines Artikels zu prüfen. Andere nutzten digitale Kanäle, um Preise zu vergleichen. Der stationäre Einkauf wird damit zunehmend durch Online-Informationen ergänzt, vor allem bei Verfügbarkeit, Orientierung und Preisprüfung.
Für den schwedischen Markt ergibt sich ein gemischtes Bild: Der Online-Umsatz wächst breit über alle Sektoren hinweg, zugleich verschieben sich Informations- und Entscheidungspunkte weiter in digitale Kanäle. Der nächste Prüfpunkt ist, ob das Umsatzplus von acht Prozent auch in den folgenden Quartalen gehalten werden kann.
