Betrügerische Online-Shops sehen immer öfter täuschend echt aus, warnt der Handelsverband Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalprävention helfe Künstliche Intelligenz den Betrügern zunehmend, in kurzer Zeit Shops mit sauberem Layout, fehlerfreien AGB und gefälschtem Impressum hochzuziehen. Holpriges Deutsch tauge damit ebenso wenig als Warnsignal wie schiefes Design. Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen habe im Frühjahr bereits den 100.000. Betrugsshop registriert. Das schade nicht nur geprellten Kunden, sondern untergrabe auch das Vertrauen in den gesamten Online-Handel.
Fake-Shops werden professioneller
Betrügerische Online-Shops sind für Verbraucher immer schwerer zu erkennen. Der Handelsverband Deutschland warnt vor gefälschten Angeboten, die inzwischen täuschend echt wirken und seriösen Shops auf den ersten Blick stark ähneln. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention nutzen Kriminelle zunehmend Künstliche Intelligenz, um in kurzer Zeit professionell gestaltete Shops aufzusetzen. Dazu zählen überzeugende Layouts, fehlerfreie Rechtstexte und AGB sowie gefälschte Impressumsangaben.
Damit verlieren klassische Warnsignale an Aussagekraft. Holprige Sprache oder ein sichtbar schlechtes Design reichen als Hinweise auf Betrug nicht mehr aus. Wie groß das Problem geworden ist, zeigt der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen: Im Frühjahr 2026 identifizierte das Tool bereits den 100.000. betrügerischen Online-Shop. Der Schaden betrifft damit nicht allein einzelne Käufer, die Ware bezahlen und nicht erhalten. Nach Einschätzung des HDE leidet auch das Vertrauen in den gesamten Onlinehandel und in rechtstreue Händler.
Prüfen vor der Bestellung
Verbraucher sollten vor einem Kauf genauer kontrollieren, ob ein Anbieter nachvollziehbar erreichbar ist. Dazu gehören ein vollständiges und überprüfbares Impressum, funktionierende Kontaktmöglichkeiten sowie transparente Angaben zu Gesamtpreis, Versand, Widerruf und Datenschutz. Besondere Vorsicht ist bei auffällig günstigen Lockangeboten geboten, weil diese häufig zur schnellen Bestellung verleiten sollen.
Auch die angebotenen Zahlungsmethoden sind ein wichtiges Kriterium. Käufer sollten sichere Optionen bevorzugen und nicht ausschließlich per Vorkasse zahlen. Bei Gütesiegeln empfiehlt der HDE, diese direkt anzuklicken und das hinterlegte Zertifikat zu prüfen. Bewertungen sollten zudem außerhalb des jeweiligen Shops recherchiert werden, weil Rezensionen auf betrügerischen Seiten manipuliert sein können.
Bei unbekannten Anbietern kann der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen helfen, die Seriosität eines Shops vor dem Kauf einzuschätzen. Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer, verweist außerdem darauf, dass Fake-Shops das Vertrauen in viele gesetzestreue Händlerinnen und Händler belasten. Für den sicheren Einkauf zählt daher eine Kombination aus Impressumsprüfung, Zahlungscheck, externer Bewertungsrecherche und Plausibilitätskontrolle des Angebots.
Kampagne gegen Zahlungsbetrug
Um Verbraucher für Online-Betrug zu sensibilisieren, beteiligt sich der HDE an der Kampagne „Machen wir Phishen impossible“. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des Bundesfinanzministeriums und soll über Phishing sowie weitere Formen des Zahlungsbetrugs aufklären. Die Kampagne ist am 10. Oktober gestartet und läuft rund einen Monat. Weitere Informationen nennt der HDE unter www.phishen-impossible.de.
