Shein hat seinen Umsatz in Großbritannien 2025 um 26 Prozent auf 2,58 Mrd. Pfund gesteigert, berichtet Drapersonline.com. Damit liege der Fast-Fashion-Händler knapp vor Asos mit 2,46 Mrd. Pfund. Die Asos-Zahl umfasse allerdings auch das Auslandsgeschäft und beziehe sich auf das Geschäftsjahr bis Ende August. Sheins britischer Betriebsgewinn sei um 28 Prozent auf 39,1 Mio. Pfund geklettert.
Shein hat im britischen Markt deutlich zugelegt und seinen Abstand zu etablierten Modehändlern verkürzt. Die britische Einheit des Fast-Fashion-Anbieters steigerte ihren Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 2,58 Mrd. Pfund, wie aus einer neuen Einreichung beim Companies House hervorgeht. Damit liegt Shein beim gemeldeten UK-Umsatz knapp vor Asos, das für das Geschäftsjahr bis zum 31. August 2025 Erlöse von 2,46 Mrd. Pfund auswies. Die Werte sind allerdings nur eingeschränkt vergleichbar: Asos erfasst in dieser Zahl auch Umsätze außerhalb Großbritanniens, während Sheins Angabe allein die britische Einheit betrifft.
Gewinn steigt, Steuerzahlungen nehmen zu
Auch auf Ergebnisebene wuchs Shein in Großbritannien. Der operative Gewinn erhöhte sich um 28 Prozent auf 39,1 Mio. Pfund. Der Gewinn vor Steuern stieg um 18 Prozent auf 45,2 Mio. Pfund, der Bruttogewinn legte um 29,9 Prozent auf 87,8 Mio. Pfund zu. Zugleich wuchs die Zahl der Beschäftigten in Großbritannien von 91 auf 113. Die laufenden Steuerzahlungen beliefen sich auf 11,2 Mio. Pfund, nach 9,6 Mio. Pfund im Vorjahr. Laut Bericht handelte es sich dabei überwiegend um Körperschaftsteuer.
Das Wachstum wurde von Shein mit mehreren Aktivitäten im Markt verbunden. Das Unternehmen nannte unter anderem einen Pop-up-Auftritt in der Oxford Street, eine Weihnachts-Gifting-Aktion 2025 sowie Festival-Partnerschaften mit Wireless und Live Nation als wichtige Meilensteine. Diese Maßnahmen zeigen, dass Shein seine Präsenz in Großbritannien stärker über sichtbare Kampagnen und lokales Marketing ausbaut. Für einen Händler, der vor allem digital wahrgenommen wird, gewinnen solche Formate an Bedeutung, weil sie Reichweite, Markenbekanntheit und Kundennähe im stationären Umfeld verbinden.
Starker UK-Lauf trifft auf schwächere Konzernzahlen
Der britische Erfolg steht im Kontrast zur Entwicklung des Mutterkonzerns. Die Shein Group, die im September an der Hong Kong Stock Exchange gelistet wurde, meldete in ihrem ersten Update als börsennotiertes Unternehmen für das zweite Quartal rückläufige Gewinne und schwächere Dynamik. Der bereinigte Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 66 Prozent auf 228 Mio. Dollar, umgerechnet 200,7 Mio. Pfund. Die Marge ging von 6,2 Prozent auf 2,1 Prozent zurück. Der Umsatz stieg im Quartal bis zum 30. Juni lediglich um 1 Prozent auf 11 Mrd. Dollar, umgerechnet 9,7 Mrd. Pfund.
Regional zeigte sich ebenfalls Druck: In den USA fielen die Umsätze um 6 Prozent, in Europa lagen sie um 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Vor diesem Hintergrund wirkt das Plus in Großbritannien besonders auffällig. Es verweist auf einen Markt, in dem Shein weiterhin stark skaliert, während der Konzern insgesamt mit sinkender Profitabilität und schwächerem Wachstum umgehen muss. Für den E-Commerce in Großbritannien setzt die Entwicklung ein klares Signal: Shein bleibt ein relevanter Wettbewerber für Modeplattformen, auch wenn die Vergleichbarkeit mit Asos wegen unterschiedlicher Umsatzabgrenzungen begrenzt ist.
Drapers hat Shein um eine weitere Stellungnahme gebeten. Offen bleibt damit, wie der Händler seine britische Dynamik im Verhältnis zur schwächeren Konzernentwicklung einordnet. Der nächste belastbare Prüfpunkt sind weitere Geschäftszahlen nach dem Börsenlisting sowie die Frage, ob sich die UK-Erlöse oberhalb von 2,58 Mrd. Pfund stabilisieren lassen.
