Der britische Entertainment-Händler Zavvi hat am 12. Oktober den Betrieb eingestellt und steckt in einem Insolvenzverfahren, berichtet Retail-News.de. Auch der deutsche Shop zavvi.de ist geschlossen. Laut den Insolvenzverwaltern gehe keine offene Bestellung mehr raus, auch keine Vorbestellung. Rücksendungen nehme Zavvi auch nicht mehr an. Wer sein Geld zurückwolle, solle sich an Bank, Kreditkartenanbieter oder Zahlungsdienstleister wenden, automatisch fließe nichts zurück. Besonders betroffen seien Käufer limitierter Sammlereditionen, die diese oft lange vor Erscheinen bestellen.
Der britische Entertainment-Onlinehändler Zavvi hat am 12. Oktober 2026 seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und befindet sich in einem förmlichen Insolvenzverfahren. Darüber berichtet Retail-News.de. Betroffen ist auch der deutsche Shop zavvi.de, der geschlossen ist und Kunden auf die Lage des Verfahrens verweist. Mit dem Schritt endet vorerst der Betrieb eines international bekannten Anbieters für Filme, Videospiele, Fanartikel und limitierte Sammlereditionen.
Keine Auslieferung offener Bestellungen
Nach Angaben der Insolvenzverwalter werden bereits aufgegebene Bestellungen nicht mehr versendet. Das gilt auch für Vorbestellungen, die im Entertainment-Geschäft häufig lange vor dem eigentlichen Erscheinungstermin bezahlt oder reserviert werden. Neue Verkäufe finden nicht mehr statt. Zudem nimmt Zavvi keine Rücksendungen mehr an. Für Kunden bedeutet das, dass laufende Kaufvorgänge nicht mehr regulär abgeschlossen werden können.
Besonders betroffen sind Käufer limitierter Sammlerprodukte. Zavvi hatte sich im Onlinehandel über Jahre eine internationale Kundschaft aufgebaut, vor allem mit exklusiven Veröffentlichungen, Blu-rays, DVDs, Games und Merchandise. Gerade in diesem Segment sind lange Vorlaufzeiten üblich. Dadurch können Kunden nun auf ausstehende Ware warten, obwohl eine spätere Lieferung nach Angaben der Verwalter ausgeschlossen ist.
Rückerstattung nur über Zahlungswege prüfen
Eine automatische Rückzahlung ist nach der Mitteilung nicht vorgesehen. Kunden, deren Kaufpreis bereits eingezogen wurde, sollen sich an ihre Bank, den Kreditkartenanbieter oder den verwendeten Zahlungsdienstleister wenden. Je nach Zahlverfahren und Vertragsbedingungen kommen Rückbuchungen oder Käuferschutzverfahren infrage. Die Insolvenzverwalter verweisen zudem auf mögliche Ansprüche nach Section 75 des britischen Consumer Credit Act. Ob diese Regelung im Einzelfall greift, hängt von den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen ab.
Für deutsche Kunden bleibt vor allem relevant, mit welcher Gesellschaft der Kaufvertrag geschlossen wurde und welche Zahlungsbedingungen vereinbart waren. Bei Kreditkartenzahlungen kann eine Rückbuchungsanfrage sinnvoll sein. Bei PayPal oder anderen Zahlungsdiensten sollten Kunden Fristen und Käuferschutz prüfen. Für Anfragen wurde die E-Mail-Adresse Zavvigroupltd@bdo.co.uk eingerichtet. Wegen des erwarteten Anfragevolumens erfolgt die erste Antwort zunächst automatisiert.
Marke mit wechselvoller Geschichte
Zavvi entstand 2007 aus dem britischen Geschäft von Virgin Megastores und betrieb zunächst stationäre Läden für Musik, Filme und Videospiele. Ende 2008 geriet die damalige Handelskette in die Insolvenz. Eine wichtige Rolle spielte der Zusammenbruch des Warenlieferanten Entertainment UK, der zur britischen Woolworths-Gruppe gehörte. Nach Schließungen und Übernahmen einzelner Filialen erwarb The Hut Group, heute THG, im März 2009 die Markenrechte und das Onlinegeschäft.
Unter dem neuen Eigentümer entwickelte sich Zavvi zu einem international ausgerichteten E-Commerce-Anbieter mit Fokus auf Entertainment-Produkte und Sammlerartikel. Der spätere Eigentümerwechsel im Jahr 2023 brachte eine neue Unternehmensstruktur. Wie es mit der Handelsmarke weitergeht, ist offen. Fest steht derzeit: Seit dem 12. Oktober 2026 werden keine offenen Bestellungen und keine Vorbestellungen mehr ausgeliefert.
