Foto: Person verschließt in sauberem Lagerraum ein Paket neben Labeldrucker, Rechner und Kartonstapeln
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Großbritannien macht Marktplätze zu Steuereintreibern

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Großbritannien will Amazon, Ebay, Temu und andere Marktplätze zu Steuereintreibern machen, berichtet Reuters.com. Jede Plattform solle die Mehrwertsteuer gewerblicher Verkäufer ab 90.000 Pfund Jahresumsatz direkt einbehalten. Finanzminister John Healey ziele damit auf ausländische Händler, die die Abgabe umgehen. Das Vorhaben solle bis zu eine Mrd. Pfund einspielen und niedrigere Grundsteuern für Ladengeschäfte mitfinanzieren. Amazon begrüße den Plan, schätze die Mehreinnahmen für die Staatskasse allerdings nur auf rund 700 Mio. Pfund.

Großbritannien will Marktplätze stärker in die Steuerpflicht nehmen

Die britische Regierung plant nach einem Bericht von Reuters.com, große Online-Marktplätze wie Amazon, Ebay und Temu stärker in die Erhebung der Mehrwertsteuer einzubinden. Plattformen sollen die Steuer gewerblicher Verkäufer künftig direkt einbehalten, sobald diese einen Jahresumsatz von 90.000 Pfund erreichen. Damit würde die Verantwortung für die Abführung der Abgabe teilweise von den einzelnen Anbietern auf die Marktplätze verlagert.

Im Zentrum des Vorhabens steht laut Bericht Finanzminister John Healey. Er zielt vor allem auf ausländische Händler, die ihre Mehrwertsteuerpflicht umgehen. Die Plattformen würden damit zu Steuereintreibern im E-Commerce: Sie müssten bei betroffenen Verkäufen sicherstellen, dass die fällige Mehrwertsteuer nicht erst nachgelagert beim Händler landet, sondern unmittelbar einbehalten wird. Für den Staat soll das Verfahren die Durchsetzung erleichtern und Lücken schließen, die bei grenzüberschreitenden Verkäufen über digitale Handelsplätze entstehen können.

Mehreinnahmen sollen stationären Handel entlasten

Die Regierung verbindet die Maßnahme mit einem fiskalischen und handelspolitischen Ziel. Das Vorhaben soll nach den genannten Plänen bis zu eine Mrd. Pfund zusätzlich in die Staatskasse bringen. Diese Einnahmen sollen helfen, niedrigere Grundsteuern für Ladengeschäfte mitzufinanzieren. Damit rückt die Steuererhebung auf Plattformen auch in den Kontext der Belastung zwischen digitalem Handel und stationärem Einzelhandel.

Für Marktplatzbetreiber wäre der Schritt operativ relevant, weil sie bei Verkäufen gewerblicher Anbieter ab der Umsatzschwelle von 90.000 Pfund eine direkte Rolle in der Steuerabwicklung übernehmen müssten. Der Bericht nennt Amazon, Ebay und Temu als Beispiele für Plattformen, die von der geplanten Regelung betroffen wären. Die Maßnahme adressiert ausdrücklich gewerbliche Verkäufer; Aussagen zu privaten Verkäufen oder weiteren Detailregeln enthält die vorliegende Information nicht.

Amazon unterstützt den Plan, rechnet aber vorsichtiger

Amazon begrüßt das Vorhaben grundsätzlich. Zugleich fällt die Einschätzung des Unternehmens zu den erwarteten Mehreinnahmen niedriger aus als die politische Zielmarke: Amazon geht dem Bericht zufolge von rund 700 Mio. Pfund aus. Damit liegt die Schätzung deutlich unter der von der Regierung genannten Obergrenze von bis zu einer Milliarde Pfund.

Offen bleibt, wie die konkrete Umsetzung ausgestaltet wird und welche Plattformprozesse angepasst werden müssen. Klar ist bislang der politische Ansatz: Großbritannien will Marktplätze stärker in die Mehrwertsteuererhebung einbinden, um ausländische Händler mit umgangener Abgabe zu erfassen. Die zentralen Eckwerte sind die Umsatzschwelle von 90.000 Pfund, ein erwarteter Einnahmenrahmen von bis zu einer Mrd. Pfund und Amazons vorsichtigere Schätzung von rund 700 Mio. Pfund.

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