Foto: Techniker schiebt ein Servermodul in ein Rack in einem sauberen Rechenzentrum.
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Big Tech beziffert Europas Cloud-Umzug auf 115 Milliarden

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Die Abkehr von US-Cloud-Anbietern durch das geplante EU-Gesetz CADA kostet Europa in zehn Jahren 115 Mrd. Euro, zitiert ITMagazine.ch eine Studie im Auftrag des Lobbyverbands CCIA Europe. Zu dessen Mitgliedern zählen Amazon, Google und Meta. Die Kommission veranschlage höchstens 18 Mrd. Euro. Die Privatwirtschaft kostete der Umzug und die Neuprogrammierung laut Studie 80 Mrd. Euro, die Behörden 33,3 Mrd. Euro. Umgerechnet zahle jeder Erwerbstätige in der EU im Schnitt 548 Euro.

Das geplante europäische Cloud-Gesetz CADA könnte nach einer von der Lobbyorganisation CCIA Europe beauftragten Studie deutlich teurer werden als bislang von der Kommission angenommen. Wie ITMagazine.ch berichtet, beziffert die Untersuchung die möglichen Kosten einer stärkeren Abkehr von US-Cloud-Anbietern auf 115 Milliarden Euro über zehn Jahre. Die EU-Kommission geht demnach von einer Obergrenze von höchstens 18 Milliarden Euro aus.

Die Studie wurde vom European Centre for International Political Economy erstellt. Auftraggeber ist CCIA Europe, zu dessen Mitgliedern unter anderem Amazon, Google und Meta gehören. Damit steht die Untersuchung in einem klaren Interessenfeld: Die genannten Konzerne betreiben zentrale US-Cloud-Dienste und wären von strengeren europäischen Souveränitätsvorgaben direkt betroffen.

Kosten vor allem durch Migration und Neuprogrammierung

Im Zentrum der Berechnung stehen Ausgaben für den Wechsel bestehender Cloud-Infrastrukturen sowie für die Anpassung und Neuprogrammierung von Software. Laut Studie würden auf die Privatwirtschaft rund 80 Milliarden Euro entfallen. Für Behörden und öffentliche Einrichtungen werden weitere 33,3 Milliarden Euro veranschlagt.

Um die Belastung zwischen Ländern unterschiedlicher Größe vergleichbar zu machen, rechnet die Studie die Kosten auf Erwerbstätige herunter. Für die EU-27 ergibt sich ein Durchschnitt von 548 Euro je Erwerbstätigem. Besonders hoch fallen die Schätzungen für Luxemburg aus, wo 1711 Euro pro Arbeitnehmer genannt werden. Danach folgen Dänemark mit 905 Euro und Österreich mit 900 Euro.

Streit um digitale Souveränität und Cloud-Regeln

CADA soll die Entwicklung europäischer Cloud- und KI-Technologie stärken. Die Studie warnt jedoch vor hohen Folgekosten, wenn die Auswahl von Cloud-Anbietern stark an deren Herkunft geknüpft wird. Sie empfiehlt, Souveränitätsanforderungen auf sensible Workloads zu beschränken und auf Vorgaben zu verzichten, die pauschal an die Herkunft eines Unternehmens anknüpfen.

Die Autoren kritisieren zudem, die Mitgliedstaaten könnten sich nicht auf die Schätzungen der Kommission verlassen, da diese aus ihrer Sicht unvollständig seien. Am Ende würden laut Studie Unternehmen und Steuerzahler die Kosten tragen. Politisch bleibt damit offen, ob CADA in der vorgeschlagenen Form weiterverfolgt, überarbeitet oder stärker auf besonders schutzbedürftige Anwendungen begrenzt wird; die genannte Kostenspanne reicht derzeit von 18 bis 115 Milliarden Euro.

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