Die Schweizer Online-Apotheke DocMorris hat im dritten Quartal früher als geplant die bereinigte Gewinnschwelle überschritten, berichtet Retail-News.de. Das bereinigte Ebitda liege bei 0,6 Mio. Franken. Der Außenumsatz sei um 21,5 Prozent auf 342,7 Mio. Franken gestiegen, im Rezeptgeschäft betrage das Plus sogar 78,3 Prozent. Für 2026 erwarte DocMorris nun 12,5 bis 15 Prozent Wachstum statt bisher neun bis 13 Prozent. Ausgeglichenen freien Cashflow peile der Konzern erst 2027 an.
DocMorris hat im dritten Quartal 2026 früher als geplant die bereinigte Gewinnschwelle erreicht. Wie Retail-News.de berichtet, lag das bereinigte EBITDA bei 0,6 Millionen Schweizer Franken. Der Schweizer Online-Apothekenkonzern beschleunigte zugleich sein Wachstum deutlich und hob seine Jahresziele erneut an.
Rezeptgeschäft sorgt für den Wachstumsschub
Der Außenumsatz stieg im dritten Quartal um 21,5 Prozent auf 342,7 Millionen Franken. Der ausgewiesene Umsatz erhöhte sich um 22,2 Prozent auf 327,4 Millionen Franken. In Deutschland legte der Außenumsatz um 22 Prozent zu. Der stärkste Impuls kam aus dem Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln: Das Rx-Segment wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 78,3 Prozent und übertraf auch das zweite Quartal 2026 um 33,5 Prozent.
Außerhalb des Rezeptgeschäfts fiel das Wachstum moderater aus. Der Außenumsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten stieg insgesamt um 5,5 Prozent, darunter OTC-Produkte und Gesundheitsartikel mit 3,5 Prozent. Damit verschiebt sich das Gewicht im Geschäftsmodell weiter in Richtung digital abgewickelter Rezeptprozesse und wiederkehrender Kundenbeziehungen.
Digitale Dienste gewinnen an Bedeutung
Auch die Sparte Digital Services entwickelte sich stark. TeleClinic, Retail Media und Marktplatz steigerten ihre Erlöse um 46,1 Prozent auf 13,9 Millionen Franken. Nach Unternehmensangaben verbesserte sich zugleich der Ergebnisbeitrag dieser Aktivitäten. Im europäischen Segment erhöhte sich der Umsatz um zwölf Prozent.
Die Kundenbasis wuchs ebenfalls. Zum Quartalsende zählte DocMorris 13,1 Millionen aktive Kunden und damit 1,5 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Allein im dritten Quartal kamen 200.000 aktive Kunden hinzu. Besonders dynamisch entwickelte sich die Neukundengewinnung im Bereich verschreibungspflichtiger Medikamente.
Prognose angehoben, Cashflow bleibt Ziel für 2027
Für die ersten neun Monate meldete DocMorris einen Außenumsatz von 970,6 Millionen Franken, ein Plus von 15,5 Prozent. Der ausgewiesene Umsatz erreichte 926,6 Millionen Franken und lag damit 16,4 Prozent über dem Vorjahr. Das Rx-Geschäft wuchs in diesem Zeitraum um 52,6 Prozent, Digital Services um 62 Prozent auf 41 Millionen Franken.
Auf Basis der Entwicklung erwartet DocMorris für 2026 nun ein Außenumsatzwachstum von 12,5 bis 15 Prozent. Zuvor hatte die Prognose bei neun bis 13 Prozent gelegen. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen nun mit einem Ergebnis von besser als minus zehn Millionen Franken. Bisher war ein Fehlbetrag zwischen zehn und 17,5 Millionen Franken erwartet worden. Die Investitionen sollen weiterhin unter 30 Millionen Franken bleiben.
Der positive Quartalswert bedeutet noch keinen Jahresgewinn und keinen ausgeglichenen freien Cashflow. Im September 2026 kaufte DocMorris zudem eine Wandelanleihe über 49,6 Millionen Franken mit ursprünglicher Fälligkeit 2028 zurück und finanzierte dies über eine neue Wandelanleihe mit Laufzeit bis 2031. Damit verlängerte der Konzern sein Fälligkeitsprofil und senkte nach eigenen Angaben die relativen Finanzierungskosten. Als nächster finanzieller Prüfpunkt bleibt der geplante ausgeglichene freie Cashflow im Verlauf des Jahres 2027.
