Foto: Kundin mit Einkaufszettel greift im Supermarkt nach einer Packung im Aktionsregal.
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Impulskäufe passieren fast nur im Laden

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Nur sechs Prozent der Befragten halten sich strikt an ihren Einkaufszettel, zitiert Retail-News.de eine Studie der Initiative Digitale Handelskommunikation unter Nutzern von Shopping-Apps. Der Rest kaufe gelegentlich oder regelmäßig spontan zu, meist im Laden: Überwiegend online tue das nur jeder Fünfzigste. Den stärksten Impuls gebe die gut sichtbare Aktionsfläche (46 Prozent), gefolgt vom Coupon (41 Prozent). Eine personalisierte Empfehlung in App oder Online-Shop erreiche mit rund zehn Prozent den niedrigsten Wert aller abgefragten Anreize.

Ungeplante Einkäufe sind in Deutschland für die meisten Verbraucher fester Bestandteil des Alltags. Laut dem Konsumentenreport für das dritte Quartal 2026 der Initiative Digitale Handelskommunikation, über den Retail-News.de berichtet, halten sich nur sechs Prozent der befragten Nutzer von Shopping-Apps strikt an ihren Einkaufszettel. 94 Prozent kaufen dagegen regelmäßig oder gelegentlich zusätzliche Produkte. Die Erhebung der von Bonial, marktguru und Shopfully getragenen Initiative zeigt damit ein klares Muster im Kaufverhalten: Spontane Zusatzkäufe entstehen vor allem dort, wo Angebote sichtbar, verständlich und preislich attraktiv präsentiert werden.

Impulse entstehen vor allem am Regal

Mehr als die Hälfte der Befragten legt bei fast jedem Einkauf Produkte in den Warenkorb, die ursprünglich nicht geplant waren. Weitere 25 Prozent tun dies etwa bei jedem dritten oder vierten Einkauf. Der zusätzliche Betrag bleibt häufig überschaubar: Knapp die Hälfte gibt zwischen fünf und 15 Euro mehr aus, rund ein Fünftel überschreitet diesen Wert. Weil 60 Prozent der Teilnehmer mehrmals pro Woche Lebensmittel oder andere Alltagswaren einkaufen, entstehen regelmäßig neue Anlässe für spontane Entscheidungen.

Die stärksten Auslöser sind klassische Verkaufsförderungsmaßnahmen. Eine gut sichtbare Aktionsfläche nennen 46 Prozent als Anreiz für Zusatzkäufe, Rabattcoupons oder Preisnachlässe für den nächsten Einkauf folgen mit 41 Prozent. Mengenaktionen wie „3 für 2“ erreichen 34 Prozent. Saisonale Warenpräsentationen beeinflussen 22 Prozent, ergänzende Produkte 14 Prozent. Personalisierte Empfehlungen in Apps oder Onlineshops kommen dagegen nur auf rund zehn Prozent und liegen damit am Ende der abgefragten Anreize.

Der stationäre Handel bleibt der wichtigste Impulsort

Spontane Kaufentscheidungen finden überwiegend im Geschäft statt. 72 Prozent der Befragten kaufen ungeplante Produkte am häufigsten im stationären Handel, elf Prozent gleichermaßen online und offline. Nur zwei Prozent geben an, solche Zusatzkäufe überwiegend beim Online-Shopping zu tätigen. Damit bleibt die physische Warenpräsentation für Händler ein zentraler Hebel im Marketing: Auffällige Platzierungen und unmittelbar erkennbare Preisvorteile wirken stärker als digitale Produktempfehlungen.

Besonders anfällig für ungeplante Käufe sind Lebensmittel und Snacks. Knapp 70 Prozent der Befragten nennen diese Warengruppe als typische Kategorie für spontane Zusatzkäufe. Drogerie- und Pflegeartikel folgen mit 30 Prozent, Getränke mit rund 27 Prozent. Auch beim Markenwechsel spielen Angebote eine wichtige Rolle: In der Lebensmittelkategorie würden 49 Prozent aufgrund eines attraktiven Preises zu einer anderen Marke greifen. Bei Elektronikartikeln liegt diese Bereitschaft nur bei vier Prozent, bei Modeprodukten bei drei Prozent.

Preisvorteile schlagen Personalisierung

Produktpakete, Mengenangebote und Bonusprogramme entfalten Wirkung, wenn der finanzielle Nutzen klar erkennbar ist. Für 48 Prozent sind Bundles vor allem dann interessant, wenn sie tatsächlich Geld sparen. Zwölf Prozent würden auch unabhängig vom konkreten Bedarf zugreifen. Bonusprogramme beeinflussen das Einkaufsverhalten ebenfalls: 43 Prozent kaufen gelegentlich wegen entsprechender Vorteile zusätzliche Produkte, 17 Prozent sammeln gezielt Punkte. Für den Handel rückt damit weniger die technische Personalisierung in den Vordergrund als die klare Kommunikation von Preisvorteilen, Sichtbarkeit und unmittelbarem Nutzen — belegt durch 46 Prozent Zustimmung für Aktionsflächen und 41 Prozent für Coupons.

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