Foto: Frau korrigiert mit rotem Stift Ausdrucke an einem hellen Schreibtisch, Laptop daneben.
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Fast jeder Zweite muss KI-Ergebnisse nachbessern

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Fast jeder zweite berufliche KI-Nutzer erhält Ergebnisse, die fertig wirken, aber gründliche Korrekturen brauchen, zitiert Golem.de eine Umfrage von Use.AI. 43 Prozent hätten KI-Arbeit von Kollegen noch einmal erledigen müssen, bei 39 Prozent dauere das Prüfen länger als die Aufgabe selbst. Ein Drittel räume zudem ein, KI-Inhalte ohne vollständige Lektüre weitergereicht zu haben. Ob die Nachbearbeitung den Zeitgewinn auffresse, belege die Umfrage allerdings nicht, schränke Use.AI selbst ein.

Eine internationale Umfrage von Use.AI zeigt, wie ambivalent der Einsatz von KI am Arbeitsplatz ausfällt. Nach Angaben des Unternehmens, über die unter anderem Golem.de berichtet, wirkt KI-gestützte Arbeit häufig bereits abgeschlossen. In der Praxis folgt jedoch oft ein erheblicher Prüf- und Korrekturaufwand.

Use.AI, Anbieter eines KI-Assistenten mit mehreren Sprachmodellen, befragte 8.316 berufliche KI-Nutzer. Die Teilnehmenden stammen aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien, der EU und Lateinamerika. 62 Prozent erklärten, KI erleichtere ihnen Arbeiten, die sie sonst kaum als lohnend empfunden hätten. Genannt werden interne Memos, Präsentationen und Code.

Fertige Ergebnisse mit Nacharbeit

Die Erhebung macht zugleich deutlich, dass der fertige Eindruck trügen kann. 48 Prozent der Befragten erhielten Arbeit, die abgeschlossen aussah, aber umfassend korrigiert werden musste. 43 Prozent mussten KI-gestützte Arbeit von Kolleginnen oder Kollegen sogar noch einmal erledigen. Bei 39 Prozent dauerte das Prüfen länger, als die Aufgabe selbst zu bearbeiten.

Auch die Weitergabe ungeprüfter Inhalte ist verbreitet. 34 Prozent räumten ein, KI-gestützte Arbeit weitergeleitet zu haben, ohne sie vollständig zu lesen. Zugleich berichten 58 Prozent, ihr Arbeitgeber habe keine klaren Regeln für die Prüfung solcher Inhalte vor der Weitergabe. Damit verlagert sich ein Teil des Aufwands offenbar auf Empfängerinnen und Empfänger.

Die Folgen reichen laut Umfrage über einzelne Korrekturen hinaus. 41 Prozent verbringen mehr Zeit mit Prüfen, Filtern und Verifizieren von Inhalten als vor dem KI-Einsatz. Bei 37 Prozent haben Probleme mit KI-gestützten Inhalten bereits Entscheidungen verzögert. Damit rückt neben dem Tempo der Erstellung stärker die Qualitätssicherung in den Vordergrund.

Grenzen der Erhebung

Die Aussagekraft der Zahlen ist begrenzt. Use.AI weist selbst darauf hin, dass die Umfrage nicht belegt, ob mehr produzierte Inhalte direkt zu Nacharbeit und Verzögerungen führen. Auch bleibt offen, ob die zusätzlichen Prüfkosten mögliche Produktivitätsgewinne übersteigen. Angaben zu Befragungszeitraum und Methode enthält die Pressemitteilung ebenfalls nicht.

Für Unternehmen ergibt sich daraus vor allem ein organisatorischer Prüfpunkt: KI kann Aufgaben beschleunigen, doch ohne klare Regeln entstehen neue Kontrollschleifen. Offen bleibt, wie groß der tatsächliche Nettoeffekt aus Zeitgewinn, Nacharbeit und Verzögerungen ausfällt; Use.AI legt dazu keine Berechnung vor.

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