Streaming dürfte in Deutschland 2026 erstmals mehr umsetzen als Fernsehen und Radio, berichtet Focus.de. Laut Herbstprognose des Verbands Privater Medien erreiche der Streaming-Umsatz 8,6 Mrd. Euro und damit 52 Prozent des Audio- und Videomarkts, doppelt so viel wie 2019. Während die Fernsehwerbung um sechs Prozent auf 3,1 Mrd. Euro schrumpfe, lege die Werbung im Videostreaming um 15 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro zu. Davon streiche ein Quartett 72 Prozent ein: Alphabet, Amazon, ByteDance und Meta.
Streaming steht in Deutschland vor einem Wendepunkt: Laut Herbstprognose des Verbands Privater Medien (Vaunet) werden Streamingangebote 2026 erstmals höhere Erlöse erzielen als klassische Medienangebote wie Fernsehen und Radio, berichtet Focus.de. Die Umsätze sollen auf 8,6 Milliarden Euro steigen. Damit käme Streaming auf 52 Prozent des gesamten Audio- und audiovisuellen Medienmarktes. 2019 lag der Anteil noch bei 26 Prozent.
Die Prognose zeigt eine deutliche Verschiebung im deutschen Medienmarkt. Insgesamt erwartet Vaunet für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Dieses Plus wird den Angaben zufolge ausschließlich von steigenden Einnahmen aus Video- und Audiostreaming getragen. Klassische Angebote geraten dagegen weiter unter Druck.
Werbung wandert ins Streaming
Besonders sichtbar wird der Wandel im Werbegeschäft. Die Werbeumsätze im Fernsehen dürften um sechs Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro sinken. Bei der Radiowerbung rechnet der Verband ebenfalls mit einem Rückgang um sechs Prozent, auf 636 Millionen Euro. Videostreaming legt dagegen deutlich zu: Die Werbeerlöse sollen um 15 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro steigen.
Auch Audiostreaming wächst weiter. Die Werbeeinnahmen in diesem Bereich sollen laut Vaunet um zehn Prozent auf 147 Millionen Euro zulegen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Vermarktung stärker in digitale Kanäle, während lineare Angebote an Erlösdynamik verlieren.
Internationale Plattformen ziehen den größten Anteil ab
Vom Wachstum profitieren vor allem große internationale Tech-Konzerne. Nach Angaben von Vaunet entfallen bereits 72 Prozent der Werbeumsätze im Videostreaming auf Alphabet, Amazon, ByteDance und Meta. Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg verweist darauf, dass der Werbemarkt zunehmend an privaten Medienanbietern vorbeiwachse.
Damit gewinnt Streaming zwar Marktanteile, die Erlöse verteilen sich jedoch ungleich. Für private Medienanbieter entsteht zusätzlicher Druck, weil Wachstum in einem zentralen Werbesegment vor allem bei globalen Plattformen ankommt. Die steigende Bedeutung des Streamings zeigt zugleich, wie stark sich Nutzung, Finanzierung und Wettbewerb im Audio- und Videomarkt verändern.
Abonnements wachsen, klassisches Pay-TV verliert
Auch bei kostenpflichtigen Angeboten setzt sich der Trend fort. Die Einnahmen aus bezahlten Video-Abrufangeboten, darunter Streaming-Abonnements, sollen um 4,5 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro steigen. Kostenpflichtige Audioangebote erwartet Vaunet mit einem Plus von fünf Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.
Das klassische Pay-TV entwickelt sich dagegen rückläufig. Hier rechnet der Verband mit einem Minus von vier Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der nächste Prüfpunkt ist die Umsetzung der Herbstprognose im laufenden Jahr: Für 2026 steht im deutschen Audio- und Videomarkt ein erwarteter Gesamtumsatz von 16,3 Milliarden Euro im Raum.
