Sechs regionale Briefdienste schließen sich zum Gemeinschaftsunternehmen „Deutschlandversand“ zusammen und fordern die Deutsche Post bundesweit heraus, berichtet Haendlerbund.de. Das Joint Venture mit Sitz in Hannover wolle den zweitgrößten B2B-Briefdienstleister DVS und den Zusteller Xendis übernehmen. Zum 1. Januar, dem Tag der nächsten Portoerhöhung der Post, wandere das Werbesendungsgeschäft von Pin Direkt ebenso unter das gemeinsame Dach wie das Zustellnetz Mail Alliance.
Deutschlandversand bündelt regionale Briefnetze
Sechs regionale Briefdienste schließen sich zum Gemeinschaftsunternehmen Deutschlandversand zusammen und wollen die Deutsche Post im bundesweiten Briefgeschäft stärker herausfordern. Das Joint Venture hat seinen Sitz in Hannover und richtet sich vor allem an Großversender im B2B-Bereich, wie Haendlerbund.de berichtet. Nach Angaben des Fachmagazins VerkehrsRundschau bündeln Citipost, Schwäbischer Verlag Drexler, Gessler, Südwest-Mail Brief + Service, Postholding Süd, Marketing Service Magdeburg sowie die PIN AG ihre Aktivitäten. Die beteiligten Unternehmen halten demnach jeweils gleiche Anteile an der neuen Gesellschaft.
Der Schritt adressiert ein zentrales Problem alternativer Briefdienste: ihre bisher stark regionale Ausrichtung. Während die Deutsche Post das Bundesgebiet flächendeckend bedient, mussten Großversender bislang häufig mehrere oder sogar Dutzende Verträge mit einzelnen Anbietern koordinieren. Deutschlandversand will diese Struktur vereinfachen und ein gemeinsam gesteuertes Netz schaffen. Damit entsteht im Brief- und Logistikmarkt ein neuer Verbund, der regionale Zustellkompetenz mit zentraler Steuerung verbinden soll.
Übernahmen sollen bundesweite Reichweite schaffen
Für den Aufbau der Infrastruktur plant das Joint Venture die Übernahme des zweitgrößten B2B-Briefdienstleisters DVS sowie des nordrhein-westfälischen Zustellers Xendis. Beide Unternehmen sollen die Reichweite des neuen Anbieters deutlich erweitern. Zusätzlich wandert zum 1. Januar, dem Tag der nächsten Portoerhöhung der Deutschen Post, das Werbesendungsgeschäft von Pin Direkt unter das Dach des Gemeinschaftsunternehmens. Auch das Zustellnetz Mail Alliance soll künftig Teil der gemeinsamen Struktur sein.
Geschäftsführer Jörg Kosel beschreibt den Anspruch des Deutschlandversands mit einem klaren Leistungsversprechen: „Wir bieten, was bundesweite Versender heute brauchen: einen zentralen Ansprechpartner, ein gemeinsam gesteuertes Netz und die Zustellung durch erfahrene regionale Briefdienste.” Für Unternehmen mit hohem Sendungsvolumen könnte damit ein Angebot entstehen, das den Aufwand im Vertrags- und Zustellmanagement reduziert. Im Mittelpunkt steht die Bündelung bestehender regionaler Netze zu einer einheitlicheren Lösung für den bundesweiten Versand.
Mehr Wettbewerb zum Zeitpunkt steigender Portokosten
Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt. Mit dem Start wichtiger Geschäftsteile zum 1. Januar fällt der Ausbau des neuen Verbunds mit der nächsten Portoerhöhung der Deutschen Post zusammen. Für Großversender rückt damit die Frage nach Alternativen im Briefmarkt stärker in den Fokus. Deutschlandversand positioniert sich als Antwort auf die bisherige Zersplitterung des Marktes und setzt auf die Stärke regionaler Anbieter, die künftig unter gemeinsamer Steuerung auftreten sollen.
Offen bleibt, wie schnell die geplanten Übernahmen und die Integration der beteiligten Netze praktisch umgesetzt werden. Klar ist jedoch: Mit DVS, Xendis, dem Werbesendungsgeschäft von Pin Direkt und Mail Alliance soll ein deutlich breiter aufgestellter Wettbewerber entstehen. Der nächste konkrete Schritt ist der Start unter dem gemeinsamen Dach zum 1. Januar.
