Walmart öffnet seine Kasse für KI-Agenten, die im Auftrag von Kunden einkaufen und bezahlen, berichtet Reuters.com. Ab November könne jeder Kunde einzelne Agenten autorisieren, deren Käufe getrennt verfolgen, Ausgabenlimits setzen oder jede Bestellung einzeln freigeben. Ein Walmart+-Abo sei nicht nötig. Amazon geht den umgekehrten Weg und hält fremde Shopping-Agenten auf Abstand.
Walmart bereitet den nächsten Schritt im automatisierten Onlinehandel vor: Der US-Händler führt ab November neue Werkzeuge ein, mit denen Kundinnen und Kunden einzelne KI-Agenten autorisieren können. Diese sollen im Auftrag der Nutzer Produkte suchen, einkaufen und Transaktionen abschließen. Über den Start der Funktionen berichtet Reuters.com. Ein Walmart+-Abo ist dafür nach Unternehmensangaben nicht erforderlich.
Kontrolle über Agenten, Limits und Freigaben
Kern der Neuerung sind sogenannte „Agent Profiles“. Darüber lassen sich einzelne KI-Assistenten freischalten, deren Käufe getrennt von eigenen Bestellungen verfolgen und bei Bedarf wieder sperren. Nutzer können außerdem Ausgabenlimits setzen oder festlegen, dass jede Bestellung vor dem Kauf einzeln freigegeben werden muss. Walmart betont damit einen Kontrollansatz, der das experimentelle Modell agentischer Einkäufe für Kunden nachvollziehbarer machen soll.
Nach Reuters soll die neue Infrastruktur zugleich verhindern, dass KI-Agenten direkten Zugriff auf Zahlungskartendaten erhalten. Verstöße gegen Unternehmensregeln können dazu führen, dass Agenten blockiert werden. Für Walmart ist diese Trennung zentral, weil automatisierte Einkaufsprozesse nur dann skalieren können, wenn Nutzer Vertrauen in Berechtigungen, Limits und Payment-Sicherheit entwickeln.
Walmart öffnet Schnittstellen für große KI-Assistenten
Parallel startet der Konzern den „Walmart Agent Gateway“. Die Plattform verbindet KI-Assistenten wie OpenAIs ChatGPT, Googles Gemini und Metas Muse direkt mit den Systemen von Walmart und Sam’s Club. Die Assistenten können dort Produkte suchen und Käufe ausführen. Walmart positioniert sich damit früh in einem Markt, in dem Shopping-Assistenten künftig stärker zwischen Kundennachfrage, Produktsuche und Checkout vermitteln könnten.
Der Schritt steht im Kontrast zu Amazon. Während Walmart fremden Agenten kontrollierten Zugang ermöglicht, hält Amazon Drittanbieter-Agenten laut Reuters eher auf Abstand. Damit zeichnen sich zwei Strategien ab: Walmart setzt auf angebundene Assistenten mit klaren Regeln, Amazon schützt stärker den Zugang zur eigenen Plattform. Für den E-Commerce könnte diese Differenz relevant werden, wenn sich KI-gestütztes Einkaufen über Chatbots und Assistenten verbreitet.
Analysten sehen wachsende Dynamik
Mizuho-Analyst David Bellinger bewertet die neuen Werkzeuge laut Reuters als Beitrag zu mehr Vertrauen in einen noch experimentellen Einkaufsprozess. Zugleich verweise die Unterstützung durch Top-Management-Teams darauf, dass agentische Käufe zu einem realen Geschäftsmodell werden könnten. Walmart schafft dafür nun eine formale Struktur: autorisierte Agenten, getrennte Nachverfolgung, widerrufbarer Zugriff und klare Kaufregeln.
Die Einführung ist für alle Inhaber eines Walmart-Kontos angekündigt. Der nächste Prüfpunkt ist der Rollout der „Agent Profiles“ im November, wenn Kunden erstmals einzelne KI-Agenten autorisieren und deren Käufe separat überwachen können.
