Instacart, an der Börse mehr als 13 Mrd. Dollar wert, sondiert offenbar einen Verkauf, berichtet Techcrunch.com. Der Lebensmittel-Lieferdienst habe eine Investmentbank angeheuert und mit DoorDash über eine Übernahme gesprochen. Auch Uber habe mit am Tisch gesessen, sich aber wieder verabschiedet. Der Prozess stehe am Anfang; ob es zum Verkauf komme, sei noch offen. Die Anleger warten das nicht ab: Die Instacart-Aktie sprang 9,2 Prozent, Uber und DoorDash gaben nach.
Instacart prüft offenbar strategische Optionen bis hin zu einem Verkauf. Nach Berichten von The Information und Bloomberg, aufgegriffen von Techcrunch.com, hat der Lebensmittel-Lieferdienst eine Investmentbank mandatiert, um mögliche Schritte zu bewerten. Dazu sollen Gespräche mit DoorDash über eine Übernahme gehört haben. Auch Uber war demnach zeitweise in die Sondierungen eingebunden, zog sich laut Bericht aber wieder aus den Gesprächen zurück.
Der mögliche Verkaufsprozess befindet sich noch in einer frühen Phase. Bloomberg betont, dass aus den Gesprächen nicht zwangsläufig eine Transaktion entstehen muss. Instacart selbst äußerte sich nicht zu den Berichten; ein Unternehmenssprecher lehnte einen Kommentar ab. Damit bleibt offen, ob das Unternehmen tatsächlich einen Käufer sucht, lediglich Optionen prüft oder den Marktwert als Verhandlungsbasis austestet.
Hoher Börsenwert trifft auf wachsenden Wettbewerbsdruck
Instacart wird an der Börse derzeit mit mehr als 13 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn um 25 Prozent im Plus. Vor diesem Hintergrund könnte ein Verkauf aus Unternehmenssicht zu einem günstigen Zeitpunkt geprüft werden, bevor der Markt für Lebensmittel-Lieferdienste noch stärker umkämpft wird. Ein solcher Schritt würde auch in die aktuelle Konsolidierungslogik digitaler Lieferplattformen passen, ohne dass bislang ein konkretes Angebot bestätigt ist.
Für DoorDash wäre Instacart vor allem wegen der Position im Lebensmittelgeschäft interessant. Der Dienst verfügt über eine etablierte Kundenschnittstelle und eine operative Infrastruktur für Bestellungen im Supermarktsegment. Uber wiederum hätte mit Instacart sein Liefergeschäft breiter aufstellen können, hat die Gespräche den Berichten zufolge aber nicht weiterverfolgt. Welche Bewertung in den Sondierungen eine Rolle spielte, wurde nicht bekannt.
Anleger reagieren sofort
Die Börse hat die Spekulationen unmittelbar eingepreist. Nach Bekanntwerden der Berichte sprang die Instacart-Aktie am Freitag um mehr als 9,2 Prozent. Die Papiere von Uber und DoorDash gaben dagegen nach. Das zeigt, wie sensibel Investoren auf mögliche Verschiebungen im Liefermarkt reagieren, gerade wenn etablierte Plattformen als Käufer infrage kommen.
Bislang gibt es keine Bestätigung für ein verbindliches Angebot und keinen veröffentlichten Zeitplan. Der nächste Prüfpunkt bleibt daher, ob aus den frühen Gesprächen mit DoorDash oder anderen Interessenten ein formaler Verkaufsprozess entsteht. Konkret belegt sind aktuell die beauftragte Bank, die Gespräche mit DoorDash, der Rückzug von Uber und der Kurssprung von 9,2 Prozent.
