Frasers hält nun 50,08 Prozent an Hugo Boss und macht den Modekonzern damit zur Tochter, berichtet Reuters.com. Den letzten Schritt über die Schwelle ließ sich der von Mike Ashley kontrollierte britische Händler rund 7,6 Mio. Euro kosten. Gewinne, Vermögen und Verbindlichkeiten von Hugo Boss werde Frasers künftig in den eigenen Abschluss aufnehmen. Im Juni hatte Hugo Boss ein Übernahmeangebot über zwei Mrd. Euro noch als finanziell unzureichend abgelehnt. Seither kauft Frasers Aktie um Aktie zu, den Aufsichtsrat führt inzwischen Frasers-Chef Michael Murray.
Der britische Handelskonzern Frasers hat seine Beteiligung an Hugo Boss über die Mehrheitsschwelle gehoben. Nach Angaben des Unternehmens wurden weitere 198.666 Aktien des Metzinger Modekonzerns für rund 7,6 Mio. Euro gekauft. Damit hält Frasers nun etwa 34,5 Mio. Hugo-Boss-Aktien und kommt auf 50,08 Prozent. Hugo Boss wird dadurch zur Tochtergesellschaft des von Mike Ashley kontrollierten Konzerns, berichtet Reuters.com.
Für Frasers hat der Schritt vor allem bilanzielle Folgen: Gewinne, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Hugo Boss sollen künftig in den Abschluss des britischen Unternehmens einbezogen werden. Frasers erklärte, das Überschreiten der 50-Prozent-Marke liege im Interesse der eigenen Investoren. Finanziert wurde der jüngste Aktienkauf aus bestehenden Barmitteln.
Mehrheit nach gescheitertem Angebot
Der Einstieg folgt auf ein im Juni abgelehntes Übernahmeangebot. Frasers hatte damals 38 Euro je Aktie geboten, insgesamt rund zwei Mrd. Euro. Hugo Boss wies die Offerte als finanziell unzureichend zurück. Seitdem baute Frasers seine Position schrittweise weiter aus. Der britische Konzern verfolgt damit zugleich seinen Ausbau in Richtung Premium- und Luxussegment.
Parallel hat sich die Unternehmensführung bei Hugo Boss verändert. Der frühere Aufsichtsratsvorsitzende trat zurück, inzwischen führt Frasers-CEO Michael Murray den Aufsichtsrat des deutschen Modehauses. Damit ist Frasers nicht allein größter Anteilseigner, sondern nimmt auch auf der Kontrollebene eine zentrale Rolle ein.
Hugo Boss verweist auf begrenzte Auswirkungen
Ein Sprecher von Hugo Boss erklärte laut Reuters, das Unternehmen habe die jüngste Anteilserhöhung zur Kenntnis genommen. Das Überschreiten der 50-Prozent-Schwelle werde jedoch keine größeren Auswirkungen haben. Diese Einschätzung steht neben der neuen Konsolidierung in der Bilanz von Frasers, die aus Sicht des britischen Konzerns der zentrale unmittelbare Effekt ist.
An der Börse fielen die Reaktionen verhalten aus. Frasers-Aktien schlossen am Freitag 0,3 Prozent höher, Hugo-Boss-Papiere gaben 0,8 Prozent nach. Für den Modekonzern rückt nun die Frage in den Fokus, wie die Mehrheit des britischen Anteilseigners praktisch umgesetzt wird. Belegt ist zunächst der neue Stand: 34,5 Mio. Aktien, 50,08 Prozent Beteiligung und die künftige Einbeziehung von Hugo Boss in den Frasers-Abschluss.
