Bei Maschinen aus Drittstaaten existieren 80 Prozent der in Online-Angeboten genannten EU-Verantwortlichen gar nicht, berichtet Ad-Hoc-News.de. Damit fehle bei Sicherheits- und Haftungsfragen der gesetzlich vorgeschriebene Ansprechpartner im Binnenmarkt. Außerdem habe die Marktüberwachung Baden-Württemberg rund 40 Prozent der jährlich etwa 12.000 geprüften Produkte beanstandet – von zu lauten Minibaggern bis zu Laserschneidern ohne Sicherheitsglas.
Maschinenimporte aus Drittstaaten geraten stärker unter Druck: Laut Ad-Hoc-News.de existieren bei Online-Angeboten für solche Maschinen 80 Prozent der genannten EU-Verantwortlichen gar nicht. Damit fehlt in vielen Fällen der gesetzlich vorgeschriebene Ansprechpartner im europäischen Binnenmarkt, der bei Sicherheitsbedenken oder Haftungsfragen erreichbar sein muss.
Die Hinweise stammen aus dem Umfeld der Marktüberwachung Baden-Württemberg und des Regierungspräsidiums Tübingen. Regierungspräsidentin Isabel Kling warnte am 22. Oktober 2026 vor illegalen Maschinenimporten aus dem Nicht-EU-Onlinehandel, die die baden-württembergische Industrie gefährden könnten. Dazu fand ein Austausch mit der Europaabgeordneten Prof. Dr. Andrea Wechsler und Thomas Kraus vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau statt.
Sicherheitsmängel und fehlende Rückverfolgbarkeit
Die Kontrollen zeigen erhebliche Defizite bei eingeführten Geräten. Beanstandet wurden unter anderem Minibagger wegen unzulässiger Lärmbelastung sowie Laserschneidanlagen, bei denen vorgeschriebenes Sicherheitsglas fehlte. Für Betreiber und Käufer entsteht dadurch ein doppeltes Risiko: Neben technischen Mängeln fehlt häufig die rechtliche Rückverfolgbarkeit, weil angegebene Ansprechpartner im Binnenmarkt nicht auffindbar sind.
Die Marktüberwachung Baden-Württemberg prüft mit rund 120 Mitarbeitenden an acht Standorten jährlich etwa 12.000 Produkte. Dabei liegt die Mängelquote laut den Angaben bei rund 40 Prozent. Die Zahlen verdeutlichen, dass ein relevanter Teil der kontrollierten Waren die europäischen Konformitätsanforderungen verfehlt. Für Hersteller und rechtmäßig importierende Betriebe entsteht dadurch zusätzlicher Wettbewerbsdruck, wenn unsichere oder falsch deklarierte Produkte in den Markt gelangen.
Paketflut verschärft die Kontrollen
Die Lage wird durch wachsende Direktimporte im E-Commerce verschärft. Nach Angaben der EU-Kommission wurden 2025 rund 5,8 Milliarden Warensendungen mit einem Wert von unter 150 Euro aus Nicht-EU-Staaten in die Europäische Union verschickt. Im Vorjahr waren es 4,6 Milliarden Sendungen; der Anstieg lag damit bei 26 Prozent. Schätzungen zufolge sind bis zu zwei Drittel dieser Sendungen falsch gekennzeichnet.
Auch der deutsche Markt steht unter hohem Einfuhrdruck. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland versenden Temu und Shein täglich rund 400.000 Pakete nach Deutschland. Online-Plattformen löschten 2025 zwar mehr als eine Million Angebote, um unzulässige Waren aus dem Verkehr zu ziehen. Behörden und Industrievertreter sehen in unkontrollierten Einfuhren dennoch eine anhaltende Belastung für Produktsicherheit, Haftungsklarheit und die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Betriebe. Der nächste Prüfpunkt bleibt die Frage, wie Marktüberwachung, Plattformen und Zoll mit jährlich 12.000 geprüften Produkten und Milliarden Kleinsendungen Schritt halten.
