Foto: Lagerarbeiter prüft eine folierte Warenpalette in einem hellen Großhandelslager.
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Handel tritt auf der Stelle, Industrie schöpft Hoffnung

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Die Industrie schöpft Hoffnung, der Handel tritt auf der Stelle, zeigt der Ifo-Geschäftsklimaindex für Oktober. Die Händler bewerteten ihre aktuelle Lage schlechter, blickten aber etwas zuversichtlicher nach vorn; der Großhandel schlug sich besser als der Einzelhandel. Insgesamt kletterte der Index von 89,9 auf 90,2 Punkte. Kräftig nach oben ging es im Verarbeitenden Gewerbe: Dort drehten Lage und Erwartungen erstmals seit mehr als drei Jahren ins Plus, die Neuaufträge zogen an. Bei Dienstleistern trübte sich das Klima ein.

Geschäftsklima hellt sich leicht auf

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober verbessert, bleibt aber uneinheitlich. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 89,9 Punkten im September auf 90,2 Punkte. Getragen wurde der Zuwachs vor allem von etwas besseren Erwartungen. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen dagegen insgesamt schwächer. Nach Einschätzung des ifo Instituts setzt sich die Konjunkturbelebung damit fort, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Branchen.

Besonders stark verbesserte sich die Lage im Verarbeitenden Gewerbe. Dort legte der Index deutlich zu, weil die Unternehmen sowohl ihre laufenden Geschäfte als auch den Ausblick substanziell besser einschätzten. Beide Teilindikatoren drehten erstmals seit mehr als drei Jahren wieder ins Plus. Zugleich stieg die Zahl der Neuaufträge. Als Folge planen die Betriebe, ihre Produktion auszuweiten. Damit sendet die Industrie im Oktober das klarste Signal einer konjunkturellen Stabilisierung.

Handel bleibt ohne neuen Impuls

Im Handel zeigt der Oktober dagegen keine erkennbare Verbesserung. Der Indikator bewegte sich unter dem Strich nicht. Die Händler beurteilten ihre aktuelle Lage schlechter, blickten aber etwas zuversichtlicher nach vorn. Innerhalb des Sektors entwickelte sich der Großhandel besser als der Einzelhandel. Für den Handel ergibt sich damit ein verhaltenes Bild: Die Erwartungen hellen sich leicht auf, die laufenden Geschäfte liefern jedoch noch keinen zusätzlichen Schwung.

Auch im Dienstleistungssektor trübte sich das Geschäftsklima ein. Die Unternehmen waren mit ihren aktuellen Geschäften unzufriedener als zuvor. Ihre Erwartungen verbesserten sich hingegen. Positiv hoben sich laut ifo die IT-Dienstleister ab. Der Bereich zeigt damit ebenfalls ein gemischtes Muster: kurzfristig schwächere Lagebeurteilungen, aber ein etwas freundlicherer Blick auf die kommenden Monate.

Baugewerbe legt spürbar zu

Im Bauhauptgewerbe stieg der Index ebenfalls. Die Unternehmen zeigten sich spürbar zufriedener mit den laufenden Geschäften, zudem legten die Erwartungen leicht zu. Damit gehört der Bau im Oktober zu den Bereichen, die den Gesamtindex stützen. Zusammen mit der Erholung im Verarbeitenden Gewerbe erklärt dies, warum sich das Geschäftsklima trotz schwächerer Lageeinschätzung insgesamt verbessern konnte.

Der Oktoberwert zeigt eine Wirtschaft mit wachsender Hoffnung, aber ohne einheitliche Dynamik. Während Industrie und Bau zulegen, bleibt der Handel auf der Stelle, und die Dienstleistungen verzeichnen einen Dämpfer. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, verweist auf eine fortgesetzte Konjunkturbelebung. Offener Prüfpunkt bleibt, ob die besseren Erwartungen in den kommenden Monaten in stabilere laufende Geschäfte münden; der aktuelle Referenzwert liegt bei 90,2 Punkten.

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