Foto: Mann am Küchentisch bedient ein Smartphone neben Paket und Bankkarte.
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KI-Betrug: viele Opfer, wenige Anzeigen, kaum Aufklärung

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Jeder elfte Internetnutzer in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf KI-gefälschte Fotos, Videos oder Stimmen hereingefallen und damit dreimal so viele wie im Vorjahr, so eine Umfrage des Bitkom. Häufiger erwische es die Nutzer aber immer noch klassisch: Schadsoftware habe 32 Prozent getroffen, Betrug beim Online-Einkauf 29 Prozent. Der Schaden liege pro Opfer im Schnitt bei 233 Euro. Zur Polizei gehe nur knapp ein Fünftel der Opfer, und nur jeder fünfzigste Anzeigende sehe seinen Fall aufgeklärt.

Cyberkriminelle setzen in Deutschland deutlich häufiger auf täuschend echte Deepfakes. Laut einer Umfrage des Bitkom wurde in den vergangenen zwölf Monaten jede und jeder Elfte im Netz durch KI-generierte oder manipulierte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten getäuscht. Der Anteil liegt bei 9 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Beispiele reichen von der angeblich vertrauten Stimme in einer Notlage bis zu manipulierten Chef-Videos oder künstlich erzeugten Prominenten-Clips für Geldanlagen.

Insgesamt waren 64 Prozent der Internetnutzer ab 16 Jahren binnen eines Jahres von Cyberkriminalität betroffen. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.126 Personen in Deutschland, die der Digitalverband Bitkom im Vorfeld der IT-Sicherheitsmesse it-sa veröffentlicht hat. Bitkom verweist darauf, dass Künstliche Intelligenz Betrugsversuche glaubwürdiger mache, weil vertraute Stimmen oder realistisch wirkende Videos Misstrauen im ersten Moment senken können.

Schadsoftware bleibt die häufigste Masche

Trotz des starken Anstiegs bei Deepfakes treffen die meisten Angriffe weiterhin mit bekannten Methoden. An der Spitze stehen Schadprogramme wie Viren: Bei 32 Prozent wurden Computer oder Smartphones infiziert. Danach folgen Betrug beim Online-Einkauf mit 29 Prozent und Phishing per Mail, Kurznachricht oder Telefon mit 21 Prozent. Beide Betrugsformen wurden seltener genannt als zuvor.

Weitere Risiken betreffen die digitale Identität. Bei 14 Prozent wurden Zugangsdaten zu Online-Diensten wie sozialen Netzwerken oder Shopping-Seiten ausgespäht. 9 Prozent berichten, dass sich jemand im Internet unter ihrem Namen ausgegeben hat. 6 Prozent wurden Kontodaten oder Kreditkarten gestohlen und missbraucht. Hinzu kommen neue Varianten wie gefälschte QR-Codes, die auf betrügerische Webseiten führen; davon waren 5 Prozent betroffen.

Finanzielle Schäden und geringe Aufklärungsquote

Die Folgen der Angriffe sind häufig konkret messbar. 58 Prozent der Betroffenen entstand ein persönlicher finanzieller Schaden, bei weiteren 5 Prozent übernahmen Händler, Bank oder Versicherung den Verlust. Im Durchschnitt lag der Schaden pro Opfer bei 233 Euro. Daneben berichten Betroffene auch von persönlichen Angriffen im Netz: 6 Prozent wurden sexuell belästigt, 4 Prozent bedroht.

Nach einem Vorfall reagieren viele zunächst selbst. 45 Prozent änderten Passwörter oder andere Sicherheitsinformationen, 17 Prozent löschten oder kündigten ihren Account bei der betroffenen Plattform. 42 Prozent suchten das Gespräch mit Freunden oder Familie. Zur Polizei geht jedoch nur knapp ein Fünftel der Opfer. Von denjenigen, die Anzeige erstatten, sieht laut den Angaben nur jeder fünfzigste seinen Fall aufgeklärt.

Als Schutzmaßnahmen nennt Bitkom unter anderem starke, einzigartige Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys. Bei ungewöhnlichen Anrufen, schockierenden Nachrichten oder dringenden Zahlungsaufforderungen empfiehlt der Verband, vor jeder Reaktion über einen zweiten Kanal nachzufragen. Die nächste belastbare Vergleichsgröße bleibt der weitere Verlauf der Deepfake-Fälle nach dem Sprung von 3 auf 9 Prozent binnen eines Jahres.

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