Die Exporteure der deutschen Industrie blicken so zuversichtlich nach vorn wie seit Februar 2022 nicht mehr, meldet das Ifo-Institut. Dessen Index der Exporterwartungen sei im Oktober auf 12,2 Punkte geklettert, nach 9,0 im September. Den Ausschlag gebe vor allem die Autoindustrie, die nach einem Dämpfer im Vormonat wieder mit wachsenden Ausfuhren rechne. Optimistisch bleibe auch der Maschinenbau, besonders zuversichtlich seien Elektro- und Elektronikhersteller.
Exportstimmung erreicht höchsten Stand seit Februar 2022
Die deutschen Industrieexporteure gehen mit deutlich mehr Zuversicht in die kommenden Monate. Nach Angaben des Ifo-Instituts stiegen die ifo Exporterwartungen im Oktober auf 12,2 Punkte, nach 9,0 Punkten im September. Damit erreicht der Index den höchsten Wert seit Februar 2022. Die Verbesserung zeigt, dass viele Industriebranchen wieder mit wachsenden Ausfuhren rechnen.
Den stärksten Beitrag zur Aufhellung liefert die Automobilindustrie. Sie hatte im September noch einen deutlichen Rückgang erwartet, korrigierte ihre Aussichten im Oktober aber spürbar nach oben. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, beschreibt die Entwicklung entsprechend klar: „Vor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert.“ Zugleich stünden in vielen anderen Industriebranchen die Zeichen auf Exportwachstum.
Automobilindustrie und Maschinenbau stützen den Aufwärtstrend
Nach dem Dämpfer im Vormonat rechnen die Automobilhersteller wieder mit steigenden Exporten. Auch der Maschinenbau bleibt optimistisch und zählt damit zu den Branchen, die den positiven Trend im Oktober tragen. Besonders zuversichtlich zeigen sich weiterhin die Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie Unternehmen aus der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen.
Die Breite der Verbesserung ist für die Einordnung wichtig. In der Metallerzeugung und -bearbeitung haben sich die Exportaussichten ebenfalls verbessert. Auch die Getränkeindustrie erwartet weiter ein kräftiges Exportgeschäft. Damit verteilt sich die bessere Stimmung nicht allein auf einzelne große Industriezweige, sondern erfasst mehrere exportorientierte Bereiche.
Chemie und Papier bleiben unter Druck
Trotz der insgesamt freundlicheren Lage melden nicht alle Branchen bessere Perspektiven. Die Unternehmen der Chemischen Industrie rechnen im Oktober weiterhin mit rückläufigen Ausfuhren. Auch das Papiergewerbe erwartet sinkende Exporte. Diese Gegenbewegung zeigt, dass die Erholung der Exporterwartungen innerhalb der Industrie unterschiedlich ausfällt.
Für die wirtschaftliche Lage der Industrie bleibt der ifo-Indikator damit ein wichtiger Stimmungswert: Er misst keine bereits realisierten Ausfuhren, sondern die Erwartungen der Unternehmen. Im Oktober fällt dieses Signal jedoch klar besser aus als im Vormonat. Der Index liegt nun bei 12,2 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Februar 2022.
