Der Schweizer Online-Handel legt in den ersten drei Quartalen 2026 um mehr als zehn Prozent zu, zeigt der Markt-Monitor von NIQ. Der Einzelhandel insgesamt komme auf ein Plus von 2,2 Prozent, obwohl die Konsumstimmung mit minus 36 Punkten unter dem Vorjahr liege. Den stärksten Schub im Nonfood-Bereich liefere der Freizeitmarkt mit Radsport, Camping und Wassersport, begünstigt vom sonnigen, trockenen Sommer. Mode rutsche dagegen ins Minus, belastet von einem ungewöhnlich schwachen September.
Der Schweizer Detailhandel bleibt per Ende September 2026 auf Wachstumskurs, obwohl die Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten schwach ist. Laut Markt-Monitor von NIQ liegt der Umsatz nach drei Quartalen 2,2 Prozent über Vorjahr. Food/Nearfood wächst um 2,4 Prozent, Nonfood um 2,0 Prozent. Gleichzeitig weist das Bundesamt für Statistik für September eine Konsumentenstimmung von minus 36 Punkten aus. Die Teuerung beträgt gegenüber dem Vorjahr 1,0 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Schweizer Onlinehandel. Er legt in den ersten drei Quartalen 2026 um mehr als zehn Prozent zu und wächst damit deutlich stärker als der Detailhandel insgesamt. Der Befund zeigt eine klare Verschiebung im Konsumverhalten: Kundinnen und Kunden bleiben preissensibel, kaufen selektiv und richten Ausgaben stärker an konkretem Bedarf aus.
Food profitiert von Frische, Getränken und Tiefkühlprodukten
Im Food-Bereich stützen vor allem Frischprodukte, Tiefkühlwaren und alkoholfreie Getränke die Entwicklung. Tiefkühlprodukte setzen ihren positiven Verlauf fort, Kochzutaten tragen moderat zum Wachstum bei. Dort gleichen höhere Preise rückläufige Absatzmengen aus. Bei Nahrungsmitteln sowie Süsswaren und Snacks zeigt sich dagegen eine leichte Schwäche, weil sowohl Mengen als auch Preise nachgeben.
Der Getränkemarkt entwickelt sich insgesamt erfreulich. Wachstum kommt vor allem von alkoholfreien Getränken, darunter Mineralwasser und Süssgetränke. Säfte bleiben rückläufig. Bei alkoholischen Getränken ist das Bild schwächer: Wein und Spirituosen verlieren, während Bier leicht zulegt. Frischprodukte wachsen ebenfalls, getragen von Milchprodukten, Convenience-Produkten, Gemüse und Früchten. Auch Metzgerei und Eier liefern positive Beiträge; Bäckerei bleibt leicht unter Vorjahr.
Freizeitmarkt treibt Nonfood, Mode fällt zurück
Im Nonfood-Segment bleibt Freizeit der stärkste Wachstumstreiber. Radsport entwickelt sich laut NIQ weiter dynamisch, gestützt durch die Nachfrage nach Trekking- und Rennrädern, Fahrradcomputern und weiterem Zubehör. Auch Sporternährung und Fitnessprodukte zählen zu den Impulsgebern. Der überdurchschnittlich sonnige und niederschlagsarme Sommer stärkte zusätzlich Outdoor-Aktivitäten wie Camping und Wassersport.
Neben Freizeit tragen auch DIY und Heimelektronik zum Wachstum bei. Fashion entwickelt sich rückläufig und wird laut den vorliegenden Angaben besonders durch einen ungewöhnlich schwachen September belastet. Damit zeigt sich im Nonfood-Bereich eine klare Spreizung: Wetterbegünstigte Warengruppen gewinnen, während saisonal sensiblere Sortimente unter Druck geraten.
Für den Handel ergibt sich ein gemischtes, aber insgesamt positives Bild. Umsatzwachstum ist vorhanden, doch die Nachfrage bleibt selektiv und stark von Wetter, Bedarf und Kategorie abhängig. Die nächste Messlatte ist das Schlussquartal 2026, nachdem der Schweizer Detailhandel per Ende September bei plus 2,2 Prozent liegt.
