Der Hype um einkaufende KI-Agenten eilt der Realität voraus: DoorDash hat von KI-Agenten bislang insgesamt nur einige hundert Bestellungen erhalten, berichtet Techradar.com. Laut Geschäftsbericht 2025 habe der Dienst im Schnitt täglich drei Mio. Bestellungen ausgeliefert. Trotzdem wolle man mit den Anbietern von Agenten zusammenarbeiten und sehe künftig auch die Möglichkeit, innerhalb der Assistenten zu werben.
Der viel diskutierte Durchbruch einkaufender KI-Agenten im Alltagshandel bleibt bei DoorDash bislang überschaubar. Wie aus einer Berichterstattung von TechCrunch hervorgeht, hat der Lieferdienst nach eigenen Angaben erst einige hundert Bestellungen über Drittanbieter-Agenten wie Muse, Instinct oder Fo erhalten. Im Verhältnis zum Kerngeschäft ist das kaum sichtbar: Laut Geschäftsbericht 2025 wickelte DoorDash im Schnitt täglich drei Millionen Lieferungen ab.
Agenten bestellen bisher kaum im großen Stil
DoorDash-Chef Tony Xu ordnete das Thema in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen als dynamisches, aber noch frühes Feld ein. Nutzerinnen und Nutzer bestellten weiterhin überwiegend direkt über die DoorDash-App. Die aktuellen Zahlen stützen damit die Einschätzung, dass der Hype um automatisierte Einkaufsassistenten der tatsächlichen Nutzung vorausläuft. Für den E-Commerce ist das ein wichtiger Realitätscheck: Agenten können zwar theoretisch Produkte auswählen, Warenkörbe füllen und Bestellungen auslösen, doch die praktische Reichweite liegt bei DoorDash bislang auf einem sehr niedrigen Niveau.
Gleichzeitig signalisiert das Unternehmen keine Abwehrhaltung. Xu betonte, man wolle technologische Entwicklungen nicht grundsätzlich bekämpfen, sich aber ebenso wenig von überzogenen Erwartungen leiten lassen. DoorDash will die Anwendungsfälle besser verstehen und Beziehungen zu Agenten-Anbietern aufbauen. Damit positioniert sich der Lieferdienst vorsichtig offen: Die Technologie wird beobachtet, getestet und integriert, ohne das bestehende App-Geschäft voreilig infrage zu stellen.
DoorDash testet eigene Bestellassistenten
Parallel arbeitet DoorDash an eigenen agentischen Funktionen. Dazu zählen ein im September gestarteter Text-to-Order-Agent, ein im Juli eingeführter CLI-Agent sowie der Chatbot Ask DoorDash, der seit Juni Bestellungen per Prompt und Foto ermöglichen soll. Zudem veröffentlichte das Unternehmen ein MCP, damit andere Chatbots Bestellungen für Firmenkunden auslösen können. Diese Initiativen zeigen, dass DoorDash die Schnittstelle zwischen Nutzer, Assistent und Lieferplattform aktiv mitgestalten will.
Perspektivisch sieht DoorDash auch kommerzielle Chancen innerhalb solcher Systeme. Xu nannte die Möglichkeit, künftig innerhalb von Assistenten zu werben. Damit könnte sich ein neuer Zugang zu Kundinnen und Kunden entwickeln, falls Agenten künftig häufiger als Einstiegspunkt für Bestellungen dienen. Für Plattformen wäre das mehr als eine technische Frage: Sichtbarkeit, Empfehlung und Transaktion würden näher zusammenrücken.
Plattformen suchen ihre Linie
Der Markt für agentenbasierte Bestellungen befindet sich noch in einer offenen Phase. Websites und Plattformen prüfen, ob und wie sie persönlichen Agenten Zugriff auf Inhalte, Produkte und Bestellprozesse geben. Amazon blockiert solche persönlichen Agenten laut Bericht, während Walmart ihnen bewusst Zugang gewährt, um Geschäft von Wettbewerbern zu gewinnen. Damit entstehen unterschiedliche Strategien zwischen Kontrolle, Kooperation und Reichweitengewinn.
Für DoorDash bleibt der Befund vorerst nüchtern: Die Technologie ist relevant genug für Tests, Partnerschaften und mögliche Werbemodelle, erzeugt aber noch kein nennenswertes Bestellvolumen. Die nächste belastbare Entwicklung wird sein, ob Drittanbieter-Agenten über die bisher genannten einigen hundert Bestellungen hinaus skalieren können.
