Foto: IT-Fachkraft hält Netzwerkgerät in sauberem Serverraum, daneben Karton mit US-Flaggenaufkleber
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Midterms: Nur jedes dritte Unternehmen erwartet verlässlichere USA

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Sechs von zehn Unternehmen halten die USA derzeit nicht für einen verlässlichen Partner, zeigt eine Umfrage des Bitkom vor den US-Zwischenwahlen am 3. November. Ohne sie gehe es trotzdem kaum: Von den Unternehmen, die digitale Technologien aus den USA beziehen, fühlten sich 87 Prozent abhängig, 47 Prozent sogar stark. Die Sorge um Deutschlands digitale Abhängigkeit treibe fast drei Viertel der Befragten um. Und die Wahl? Nur knapp jedes dritte Unternehmen rechne danach mit verlässlicherer US-Handelspolitik, rund jedes zweite mit keiner Veränderung.

Die USA bleiben für die deutsche Wirtschaft ein zentraler Handelspartner und Lieferant digitaler Lösungen. Zugleich ist das Vertrauen vieler Firmen in die politische Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten deutlich belastet. Laut einer Umfrage des Bitkom anlässlich der US-Zwischenwahlen am 3. November halten 59 Prozent der Unternehmen die USA derzeit eher nicht oder überhaupt nicht für einen verlässlichen Partner Deutschlands.

Die repräsentative Befragung unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten zeigt damit eine deutliche Skepsis gegenüber der politischen Zusammenarbeit. 25 Prozent bewerten die USA als eher nicht verlässlich, 34 Prozent sogar als überhaupt nicht verlässlich. Dem stehen 24 Prozent gegenüber, die die USA als eher verlässlich einschätzen, sowie 14 Prozent, die sie für sehr verlässlich halten.

Hohe Abhängigkeit bei digitalen Technologien

Besonders sichtbar wird die enge Verflechtung bei digitalen Leistungen. Von den Firmen, die digitale Technologien und Leistungen aus den USA beziehen, fühlen sich 87 Prozent abhängig. Fast die Hälfte dieser Gruppe, 47 Prozent, spricht sogar von einer starken Abhängigkeit. Damit ist die wirtschaftliche Bedeutung der USA für digitale Infrastruktur, Software und Plattformen weiterhin sehr hoch.

Auch über einzelne Lieferbeziehungen hinaus ist die Sorge groß: 73 Prozent aller befragten Unternehmen machen sich Gedanken über Deutschlands digitale Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Der Befund verweist auf ein Spannungsfeld zwischen praktischer wirtschaftlicher Notwendigkeit und politischem Vertrauensverlust. Die USA sind für viele Firmen weiterhin kaum zu ersetzen, werden aber mehrheitlich nicht als stabiler politischer Partner wahrgenommen.

Wirtschaft hofft nur begrenzt auf Kurswechsel

Mit Blick auf die Midterms erwartet die deutsche Wirtschaft keine einheitliche Entwicklung. Nur 30 Prozent der befragten Firmen rechnen nach den Zwischenwahlen mit mehr Verlässlichkeit in der US-Handelspolitik. Eine Mehrheit sieht keinen schnellen Wandel: 51 Prozent erwarten keine wesentliche Veränderung. Weitere 13 Prozent gehen sogar davon aus, dass die Verlässlichkeit der US-Handelspolitik weiter abnimmt.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont die anhaltende Bedeutung der transatlantischen Zusammenarbeit, verweist aber zugleich auf die Notwendigkeit stabiler Partnerschaft. Gerade bei digitalen Technologien, Software und Plattformen blieben die USA einer der wichtigsten Lieferanten. Aus Sicht des Digitalverbands funktioniert die Zusammenarbeit besser, wenn Europa technologisch und wirtschaftlich stärker auf Augenhöhe kommt.

Für die deutsche Wirtschaft ergibt sich damit ein klarer Prüfpunkt: Die Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie ist hoch, während die Erwartungen an eine verlässlichere Handelspolitik gedämpft bleiben. Ob sich daran nach den US-Zwischenwahlen etwas ändert, ist offen; aktuell rechnen 13 Prozent der Unternehmen mit nochmals geringerer Verlässlichkeit.

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