Die Verbraucherstimmung erholt sich im November von ihrem Oktober-Dämpfer, bleibt aber deutlich unter Vorjahresniveau, so das Konsumbarometer des HDE. Vor allem die Anschaffungsneigung lege kräftig zu, erreiche aber nicht den Wert des Vorjahres. Zugleich plane die Kundschaft, mehr zu sparen, was das Weihnachtsgeschäft wieder bremsen könne. Deutlich zuversichtlicher blicke sie auf die Konjunktur und das eigene Portemonnaie: Die Einkommenserwartung liege sogar über dem Vorjahr. Als Wachstumsmotor tauge der private Konsum vorerst trotzdem nicht.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich im November 2026 wieder auf. Nach dem spürbaren Rückgang im Oktober zeigt das Konsumbarometer des HDE eine positive Entwicklung. Die Erholung bleibt jedoch begrenzt: Das Stimmungsniveau liegt weiterhin deutlich unter dem Vorjahr. Für den Handel ist das ein gemischtes Signal kurz vor dem Weihnachtsgeschäft.
Mehr Kaufbereitschaft, aber weiter viel Zurückhaltung
Hoffnung macht vor allem die Anschaffungsneigung. Sie legt im November kräftig zu und deutet darauf hin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher wieder eher größere Käufe in Betracht ziehen. Dennoch erreicht dieser Wert nicht das Niveau des Vorjahres. Die bessere Kauflaune steht damit auf einer fragilen Grundlage, zumal viele Haushalte zugleich mehr sparen wollen. Diese höhere Sparneigung kann den Konsum in den kommenden Wochen erneut bremsen.
Die Lage bleibt von Unsicherheit geprägt. Für das Weihnachtsgeschäft bedeutet das: Es gibt Anzeichen für eine Belebung, aber keine belastbare Trendwende. Der private Konsum dürfte nach Einschätzung des HDE in den kommenden Monaten kein starker Wachstumstreiber der Gesamtwirtschaft sein. Besonders relevant ist dabei das Zusammenspiel aus steigender Anschaffungsneigung und wachsender Vorsicht beim Ausgeben.
Optimistischere Erwartungen bei Konjunktur und Einkommen
Deutlich positiver fällt der Blick der Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Konjunktur aus. Nach mehreren günstigeren Konjunkturprognosen teilen nun auch viele Haushalte diese Einschätzung. Die konjunkturellen Erwartungen steigen im November deutlich gegenüber dem Vormonat und liegen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auch beim eigenen Budget zeigt sich mehr Zuversicht.
Die Einkommenserwartung verbessert sich ebenfalls und liegt sogar über dem Vorjahreswert. Als möglicher Grund wird der neue Tankrabatt genannt. Diese Entwicklung kann die Stimmung stützen, reicht aber nach den vorliegenden Daten noch nicht aus, um den privaten Konsum spürbar als Wachstumsmotor zu etablieren. Die Kaufbereitschaft bleibt unter dem Vorjahreswert, während die Sparabsichten zunehmen.
Barometer blickt auf die kommenden drei Monate
Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zu Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanzieller Situation und weiteren konsumrelevanten Faktoren. Erstellt wird es vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbands Deutschland.
Wichtig für die Einordnung: Das Barometer misst nicht das aktuelle Verbraucherverhalten. Es hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum und bildet die erwartete Stimmung der kommenden drei Monate ab. Weitere Informationen stellt der HDE unter https://einzelhandel.de/konsumbarometer bereit. Der nächste Prüfpunkt ist die Entwicklung der Spar- und Anschaffungsneigung nach dem Weihnachtsgeschäft.
