Vier Fahrten: So viele Ubers haben KI-Agenten in der geschäftigsten Oktoberwoche rund um Halloween gebucht, berichtet Techcrunch.com. Bei Uber Eats seien es 500 Bestellungen gewesen – von insgesamt rund 320 Mio. Fahrten und Aufträgen. Viel Zeit dürfte der digitale Butler ohnehin nicht sparen: In der Uber-App dauere eine Fahrtbuchung im Schnitt 50 Sekunden, das Nachbestellen eines Lieblingsgerichts 90 Sekunden.
KI-Agenten kommen bei Uber kaum zum Einsatz
Der praktische Nutzen persönlicher KI-Agenten im Alltag bleibt bislang überschaubar. In der geschäftigsten Oktoberwoche rund um Halloween wurden bei Uber nach Angaben des Unternehmens lediglich vier Fahrten über einen KI-Agenten gebucht, wie Techcrunch.com berichtet. Bei Uber Eats fiel die Nutzung etwas höher aus, blieb aber ebenfalls marginal: Nur 500 Bestellungen liefen über einen Agenten. Zum Vergleich: Insgesamt wickelte Uber in dieser Woche rund 320 Millionen Fahrten und Bestellungen über Uber und Uber Eats ab.
Damit zeigen die Zahlen eine deutliche Lücke zwischen dem aktuellen Hype um autonome digitale Helfer und ihrer tatsächlichen Nutzung in etablierten Verbraucher-Apps. Uber-CEO Dara Khosrowshahi sprach in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen von einer sehr frühen Phase mit bislang sehr begrenzter Zugkraft. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Nutzung künftig zunimmt.
Kaum Zeitgewinn gegenüber der App
Ein Grund für die geringe Akzeptanz könnte im begrenzten Mehrwert liegen. Khosrowshahi verwies darauf, dass eine Fahrtbuchung in der Uber-App im Schnitt nur 50 Sekunden dauert. Auch das erneute Bestellen eines Lieblingsgerichts bei Uber Eats benötigt demnach lediglich 90 Sekunden. Ein persönlicher KI-Agent spart in solchen Standardfällen offenbar kaum spürbar Zeit.
Die Beobachtung passt zu ähnlichen Signalen aus dem Markt. DoorDash erklärte zuletzt ebenfalls, bislang nur einige hundert Bestellungen über KI-Agenten erhalten zu haben. Die meisten Kundinnen und Kunden bestellen weiterhin direkt über die App. Für Plattformen mit bereits stark optimierten Nutzerprozessen ist das ein wichtiger Hinweis: Automatisierung allein genügt nicht, wenn der bestehende Ablauf schnell, vertraut und reibungslos funktioniert.
Hype trifft auf frühe Nutzungsrealität
Gleichzeitig wächst das Angebot an persönlichen KI-Assistenten rasant. Start-ups wie Instinct erzielen hohe Bewertungen; das Unternehmen soll in einer jüngsten Finanzierungsrunde mit 10 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Meta meldete zudem, dass Muse im vergangenen Monat die Nummer eins im US-App-Store von Apple war und mehr als 10 Millionen Nutzer erreichte. Auch OpenAI, Anthropic, Google und SpaceXAI mit Grok bieten eigene Agentenlösungen an.
Aus Sicht von Uber bleibt das Feld dennoch interessant. Khosrowshahi sieht KI-Agenten als zusätzlichen Zugang zur Plattform und erwartet einen positiven Effekt auf die Nachfrage im Ökosystem. Derzeit gebe es rund acht große KI-Assistenten am Markt; diese Zahl könne auf mehr als zehn steigen. Zudem stünden laut Uber sämtliche großen Anbieter von KI-Systemen mit dem Konzern im Austausch.
Die aktuellen Nutzungsdaten setzen diesem Ausblick jedoch eine klare Ausgangsmarke: In einer der stärksten Wochen des Jahres standen bei Uber und Uber Eats 320 Millionen Fahrten und Bestellungen nur vier agentengesteuerte Fahrten und 500 agentengesteuerten Essensbestellungen gegenüber.
