Die deutsche Länderendung „.de“ ist 40 Jahre alt geworden, berichtet Heise.de. 1988 habe die Universität Dortmund ganze sechs Adressen gezählt, heute seien es mehr als 18 Mio. mit dem Kürzel für Deutschland am Ende. Besonders Alltagswörter seien wertvoll gewesen: Für shopping.de seien 2008 fast zwei Mio. Euro, für ferienhaus.de 2025 immerhin noch 357.000 Euro geflossen . Doch kaum jemand tippe Adressen noch von Hand ein, vielmehr klicke man auf Links. Die KI serviere künftig sowieso Antworten ohne Nationalstolz.
.de wird 40: Vom Forschungsnetz zur Massenadresse
Die deutsche Länderendung .de ist 40 Jahre alt geworden, berichtet Heise.de. Was 1986 zunächst vom US-Forschungsnetzwerk CSNET verwaltet wurde und 1988 an die Universität Dortmund ging, hat sich zu einer der größten Länderendungen weltweit entwickelt. Damals waren gerade einmal sechs .de-Domains registriert. Heute zählt die deutsche Endung mehr als 18 Millionen Adressen.
Mit dem Wachstum des Internets stiegen auch die technischen Anforderungen. 1993 entstand der Interessenverbund IV-DENIC, 1996 gründeten 37 Internet-Service-Provider die DENIC eG als genossenschaftlich organisierte Registrierungsstelle. Ihre Infrastruktur verarbeitet laut DENIC rund 3,5 Milliarden Nameservice-Anfragen pro Tag. Sie sorgt dafür, dass Adressen weltweit erreichbar bleiben und aus einfachen Namen verlässliche Zugangspunkte im Netz werden.
Digitale Knappheit mit hohen Preisen
Domains sind im Internet eine Ausnahme: Während Inhalte beliebig kopierbar sind, existiert jede Adresse nur einmal. Genau diese Knappheit hat einen lebhaften Zweitmarkt entstehen lassen. Besonders kurze und einprägsame Alltagsbegriffe gelten als knappe digitale Güter. Für shopping.de wurden 2008 fast zwei Millionen Euro gezahlt, kredit.de erzielte fast 900.000 Euro. Auch heute wechseln begehrte Namen zu hohen Preisen den Besitzer.
Das zeigt der Verkauf von ferienhaus.de über den Kölner Marktplatz Sedo. Die Adresse brachte 2025 noch 357.000 Euro ein und gilt damit als teuerster öffentlich dokumentierter Verkauf einer deutschen Domain in diesem Jahr. An die Rekordwerte der Boomjahre 2007 und 2008 reicht das aktuelle Preisniveau jedoch nicht mehr heran. Der Markt hat sich spürbar abgekühlt, bleibt aber für starke Begriffe relevant.
Neue Endungen, neue Spekulationen
Dass Endungen weiterhin Aufmerksamkeit erzeugen, zeigte zuletzt die slowenische Länderkennung .si. Nachdem US-Präsident Donald Trump angeregt hatte, KI beziehungsweise AI in „Super Intelligence“ umzubenennen, stieg das Interesse an .si-Adressen sprunghaft. Domain-Händler und Tech-Unternehmen griffen zu, weil die Abkürzung plötzlich eine neue Deutung bekam. Der Fall machte sichtbar, wie stark Top-Level-Domains auch im Umfeld von Apps und Social Media wirken können.
Parallel wächst der Namensraum weiter. Zum Jubiläum von .de kündigt sich eine neue Runde generischer Endungen an. Die weltweite Internet-Verwaltung ICANN hat laut Branchenverband Eco eine Bewerbungsliste vorgelegt. Insgesamt gingen 1.615 Bewerbungen von 481 Antragstellern ein, darunter 333 direkte Markenbewerbungen. Auf der Liste stehen Endungen wie „.agent“, „.api“, „.openai“, „.chatgpt“, „.taylorswift“, „.olympic“, „.euro“ und „.bitcoin“. Ob diese Endungen tatsächlich starten, klären die kommenden Prüfverfahren.
