Handel wehrt Bauern-Vorwürfe ab

Handel wehrt Bauern-Vorwürfe ab

2 Min.Aktualisiert am
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Der Einzelhandel sieht keine Mitverantwortung für die drastische Talfahrt der Milchpreise. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser weist Kritik an Preisrutsch zurück.

Es gebe keine Preisabsprachen. In Deutschland seien 15 bis 18 Prozent zu viel Milch auf dem Markt, das wären rund fünf Millionen Tonnen bezogen auf die Menge von 2008.

Sanktjohanser schaltet sich ein

"Mit den jüngsten Preissenkungen für Milch und Molkereiprodukte verhalten sich die Einzelhandelsunternehmen marktkonform und geben lediglich die niedrigeren Einkaufspreise an die Kunden weiter", schreibt HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in einem Brief an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorlag. Er wies Aigners Vorwurf zurück, dass ihr der Handel Preiszusagen gemacht habe.

"Mit den niedrigen Preisen wird die Nachfrage nach deutschen Milchprodukten im In- und Ausland angekurbelt", schrieb Rewe-Vorstand Sanktjohanser an Aigner. Die Ursache des Preisrutsches sei nicht die Struktur des Handels mit wenigen Konzernen, sondern die Überproduktion.

Weitere Vorwürfe des Bauernpräsidenten

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner schloss derweil einen Milchlieferboykott wie im Frühjahr 2008 aus: "Das hat nichts gebracht." Der Handel drücke die Molkereien "gnadenlos an die Wand", sagte er. Damit bekräftigte Sonnleitner seine Vorwürfe der vergangenen Woche. Bei den Preisen könne "nicht einmal der tüchtigste Milchbauer überleben".
 
Sonnleitner rechnet mit Einbußen von acht Milliarden Euro in diesem Jahr für die gesamte Landwirtschaft. Er hatte nach einer Krisensitzung Protestaktionen angekündigt. Mehrere Discounter hatten die Verbraucherpreise gesenkt, nachdem auch die Zahlungen der Molkereien an Milchbauern gesunken waren.

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