Onlinekunden wollen nicht für den Rückversand zahlen

Onlinekunden wollen nicht für den Rückversand zahlen

Viele Kunden bestellen ohne Kaufabsicht im Internet Ware, finden Retouren selbstverständlich und wollen dafür nichts bezahlen, zeigt eine Studie. Das Nachsehen haben die Onlinehändler.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Besonders der Anteil älterer Onlineshopper ist demnach gestiegen: 88 Prozent der Internetnutzer ab 65 Jahren kaufen mittlerweile online ein, vor zwei Jahren waren es noch 79 Prozent. 

Interneteinkäufe ersetzen für viele Verbraucher zunehmend das Shoppen im Geschäft: Zwei Drittel der Online-Shopper (66 Prozent) bestellen mindestens mehrmals im Monat Waren über das Internet, 8 Prozent sogar mehrmals pro Woche. Dabei kommen mobile Endgeräte vermehrt zum Einsatz. Gut jeder vierte Onlineshopper (27 Prozent) nutzt dafür ein Smartphone oder einen Tablet-Computer, ein Plus zwei Prozentpunkten gegenüber 2012. Fast die Hälfte der mobilen Onlineshopper (47 Prozent) kauft am Arbeitsplatz mit Smartphone oder Tablet Computer ein. Das sind mehr als sechs Millionen Bundesbürger. Gut ein Viertel der mobilen Onlineshopper (26 Prozent) nutzt das mobile Gerät sogar, um vor Ort im Geschäft eine Onlinebestellung aufzugeben.

Kunden schicken selbstverständlich zurück

Ein wichtiger Faktor für Onlinehändler sind Warenrücksendungen. Drei von vier Online-Shoppern (74 Prozent) haben schon einmal bestellte Waren zurückgeschickt. "Viele von ihnen haben sich daran gewöhnt, nicht für den Rückversand zu bezahlen", so Berg. In der Umfrage gab gut jeder dritte Onlineshopper (36 Prozent) an, zumindest ab und an ohne Kaufabsicht im Internet zu bestellen. Vor allem Verbraucher zwischen 30 und 49 Jahren tun dies. "Viele Nutzer sehen es als legitim an, auch ohne Kaufabsicht Waren zu bestellen. Onlinehändler können anschließend Probleme haben, die Retouren zum Originalpreis zu verkaufen", warnt Berg.

Bei der Kaufabwicklung im Internet zahlen Onlineshopper in Deutschland am liebsten per Rechnung (63 Prozent). Ähnlich etabliert sind Online-Bezahldienstleister, 56 Prozent der Besteller bezahlen darüber ihre Waren. Immer weniger Menschen treten beim Internetkauf in Vorleistung. Zahlten im Jahr 2012 noch 38 Prozent per Vorkasse, so macht dies jetzt nur noch rund ein Viertel (24 Prozent).

Die Umfrage zeigt laut Berg, dass der wachsende Onlinehandel langfristig viele Chancen für Einzelhändler bietet: "Mit wenig Aufwand können sie aus der lokalen Nische einen großen Schritt in den globalen Markt tun."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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