
Görg verklagt ehemalige Karstadt-Chefs
Karstadt kommt nicht zur Ruhe. Es gibt Beschwerden gegen die Höhe der Honorare für Insolvenzverwalter Görg. Der wiederum will nun Geld eintreiben bei früheren Vorstandsmitgliedern des Warenhauskonzerns.
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Karstadt kommt nicht zur Ruhe. Es gibt Beschwerden gegen die Höhe der Honorare für Insolvenzverwalter Görg. Der wiederum will nun Geld eintreiben bei früheren Vorstandsmitgliedern des Warenhauskonzerns.

Der bisherige Mehrheitseigentümer von Neckermann, die Investment-Gesellschaft Sun Capital, übernimmt aus der Konkursmasse des Arcandor-Konzerns auch die restlichen Anteile an dem Versender.

So gewaltig das Insolvenzverfahren für Karstadt war, so horrend fallen auch die Honorare aus. Insolvenzverwalter Görg bekommt über 30 Millionen Euro, das ist der fünffache Regelsatz. Und das ist noch moderat gerechnet.

Das Essener Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für Karstadt aufgehoben. Das teilte das Gericht in Essen mit. Zuvor hatten alle Gläubiger ihre Widersprüche gegen den Karstadt-Insolvenzplan zurückgezogen.

Nun steht die Entscheidung fest: Die Firma Gilde zieht ihre Beschwerde gegen den Karstadt-Insolvenzplan zurück. Ein Gespräch mit Investor Berggruen fand statt, eine Geschäftsentscheidung wurde auch gefällt.

Der Rückzug von Gilde Handwerk ist für Karstadt nur das halbe Glück. Weil ein zweiter Gläubiger seine Beschwerde gegen den Insolvenzplan aufrecht hält, fürchtet Insolvenzverwalter Görg, dass sich das Verfahren "wochenlang hinzieht".

Das Unternehmen Gilde Handwerk wird seine Beschwerde gegen das Karstadt-Insolvenzplanverfahren fallenlassen - der öffentliche Druck war einfach zu groß. Der Firmeninhaber sprach mit Berggruen.

40.000 Gläubiger hat Karstadt. Aber zwei Firmen sorgen kurz vor Übernahme des Unternehmens durch Berggruen für Wirbel. Die Forderungen sind einerseits minimal, andererseits erscheinen sie abwegig.

Es gehe ihr nicht um Geld, sondern um Gerechtigkeit: Die Firma Gilde Handwerk übt heftige Kritik am Insolvenzplan von Karstadt. Verwalter Görg habe Gläubiger benachteiligt und das Amtsgericht desinformiert.

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will noch in diesem Monat Schadenersatzklage gegen den Ex-Chef des Warenhausbetreibers, Stefan Herzberg, einreichen. Weitere Ex-Manager könnten folgen.

Der neue Karstadt-Chef Thomas Fox strotzt vor Selbstbewusstsein. Das Warenhaus habe kein Liquiditätsproblem, die Sanierung komme voran - und ab Januar 2011 werde mit der Renovierung der Häuser begonnen.