Lieferdrohne senkt Paket per Seil in modernen Hinterhof ab, Kundin nimmt es entgegen
© Black Forest Labs / Flux

FAA winkt Doordashs Drohnen durch

Doordash darf künftig einen eigenen Drohnenlieferdienst betreiben, berichtet Cnet.com. Die US-Luftfahrtbehörde FAA habe die Genehmigung erteilt. Für die Zertifizierung habe Doordash Lufttüchtigkeit, Wartung und Sicherheitsverfahren nachweisen müssen. Bestehende Partnerschaften mit Wing, Flytrex und Manna liefen weiter. Welche Zustellart gewählt werde, entscheide die KI, Kunden könnten nicht gezielt Drohnen auswählen. Den Großteil der über drei Mio. täglichen Bestellungen trügen weiterhin menschliche Fahrer aus.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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DoorDash erhält FAA-Freigabe für eigenen Drohnenlieferdienst

DoorDash darf in den USA künftig einen eigenen Drohnenlieferdienst betreiben. Wie Cnet.com berichtet, hat die US-Luftfahrtbehörde FAA dem Unternehmen die Genehmigung für DoorDash Air erteilt. Damit erweitert DoorDash sein Liefernetz, das bereits menschliche Fahrer, autonome Fahrzeuge und rollende Roboter umfasst, um eine eigene Drohnenkomponente.

Für die Zertifizierung musste DoorDash nach Unternehmensangaben Lufttüchtigkeit, Wartung und Sicherheitsverfahren seiner Drohnen nachweisen. Details zum Start des neuen Programms sollen in San Francisco vorgestellt werden. Erwartet werden Angaben dazu, wann und wo der Dienst beginnt, welche Fluggeräte eingesetzt werden, welche Bodeninfrastruktur nötig ist und wie die Drohnen in das bestehende Netzwerk integriert werden.

Drohnenlieferungen sind für DoorDash nicht völlig neu: In der Region Dallas-Fort Worth sowie in Charlotte, North Carolina, bietet das Unternehmen entsprechende Zustellungen bereits über Partner wie Wing, Flytrex und Manna an. Diese Kooperationen sollen weiterlaufen. Mit der eigenen Zulassung gewinnt DoorDash jedoch mehr Spielraum, Drohnenlieferungen selbst in seine Logistik einzubetten und sie je nach Auftrag mit anderen Zustellformen zu kombinieren.

Nach Angaben von Mitgründer Stanley Tang verzeichneten einzelne Restaurants nach dem Start von Drohnenzustellungen im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr Bestellungen. Zugleich bleibt die Größenordnung des Kerngeschäfts deutlich: DoorDash wickelte im vergangenen Jahr mehr als drei Milliarden Lieferungen in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Puerto Rico ab und erreichte mehr als 56 Millionen Verbraucher. Das Unternehmen gilt im US-Markt als führender Essenslieferdienst vor GrubHub und Uber Eats.

Welche Zustellart bei einer Bestellung zum Einsatz kommt, entscheidet nicht der Kunde. DoorDash nutzt eine autonome, KI-gestützte Plattform, die anhand von Faktoren wie Geschwindigkeit, Kosten sowie Standort von Kunde und Händler die passende Liefermethode auswählt. Eine Bestellung kann daher von einem menschlichen Dasher, einem Dot-Roboter, einem autonomen Auto oder einer Drohne ausgeführt werden. Eine gezielte Auswahl der Drohnenzustellung ist laut Unternehmen nicht vorgesehen.

Trotz der neuen Zulassung bleibt der menschliche Kurierdienst der Schwerpunkt des Netzwerks. DoorDash zufolge wurden 2025 mehr als 3 Millionen Bestellungen täglich von über einer Million Fahrern ausgeliefert. Gerade Aufträge, die autonome Systeme nicht übernehmen können, etwa Lieferungen in höhere Etagen oder größere Bestellungen, bleiben Aufgabe der Dasher.

Der Schritt fällt in einen wachsenden Markt für Drohnenlieferungen. Prognosen zufolge könnte das Marktvolumen von 5 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 21 Milliarden US-Dollar bis 2034 steigen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 19,45 Prozent. Auch Wettbewerber und große Handelsunternehmen testen oder betreiben entsprechende Angebote: GrubHub arbeitet mit Dexa zusammen, Wing, Zipline und Flytrex beliefern Restaurants wie Wendy’s, Little Caesars und Jersey Mike’s Subs, während Amazon mit Prime Air sowie Walmart Drohnenlieferungen in ausgewählten US-Märkten anbieten.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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