Lagermitarbeiterin entdeckt Diskrepanz zwischen Regalbestand und digitalen Lagerdaten
© Black Forest Labs / Flux

USA: Falsche Bestände kosten 400 Mrd. Dollar Umsatz

Falsche Bestandsdaten kosten den amerikanischen Handel jährlich rund 400 Mrd. Dollar, meldet Retaildive.com. Laut einer Studie der Auburn University liege die durchschnittliche Bestandsgenauigkeit der Lagerverwaltung bei nur 65 Prozent. Doch schon zwei Prozent bedeuteten bei 20.000 Verkäufen rund 400 Fehlbestellungen. Ein Fünftel der Kundschaft ginge so verloren. Retouren verschärften das Problem zusätzlich: Deren Zahl habe sich seit 2019 beinahe verdoppelt, was zu immer größeren „Phantombeständen“ führe.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
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Falsche Bestandsdaten werden zum Milliardenproblem im Handel

Ungenaue Lagerdaten verursachen im amerikanischen Handel erhebliche wirtschaftliche Schäden. Falsche Bestandsdaten kosten die Branche jährlich rund 400 Mrd. Dollar, wie Retaildive.com berichtet. Die Zahl macht deutlich, dass Bestandsgenauigkeit nicht nur eine operative Kennziffer ist, sondern ein zentraler Faktor für Verfügbarkeit, Kundenzufriedenheit und Umsatzsicherung.

Grundlage der Einordnung ist eine Studie der Auburn University. Demnach liegt die durchschnittliche Bestandsgenauigkeit der Lagerverwaltung bei nur 65 Prozent. Für Händler bedeutet das: Zwischen dem, was Systeme anzeigen, und dem, was tatsächlich verfügbar ist, klafft häufig eine relevante Lücke. Diese Abweichung kann unmittelbar in Fehlbestellungen, enttäuschte Erwartungen und verlorene Nachfrage münden.

Schon geringe Ungenauigkeiten haben spürbare Folgen. Bei 20.000 Verkäufen reichen zwei Prozent Abweichung aus, um rund 400 Fehlbestellungen auszulösen. Damit wird aus einem scheinbar kleinen Datenfehler ein konkretes Geschäftsrisiko. Kundinnen und Kunden erwarten, dass zugesagte Ware tatsächlich verfügbar ist; bleibt diese Zusage unerfüllt, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Kaufs. Laut der vorliegenden Angaben geht auf diese Weise ein Fünftel der Kundschaft verloren.

Zusätzlich verschärfen Retouren die Lage. Ihre Zahl hat sich seit 2019 beinahe verdoppelt. Dadurch entstehen immer größere „Phantombestände“: Bestände, die in Systemen erscheinen, operativ aber nicht zuverlässig verfügbar sind. Für Unternehmen erhöht das die Komplexität in Lagerverwaltung, Disposition und Verkauf, weil Entscheidungen auf Daten beruhen, die den tatsächlichen Warenbestand nur unzureichend abbilden.

Die Zahlen zeigen, dass präzise Bestandsdaten für den Handel eine wirtschaftliche Schlüsselrolle spielen. Wer Verfügbarkeit zusagt, muss sie auch einhalten können. Andernfalls entstehen nicht nur direkte Kosten durch Fehlbestellungen und Retouren, sondern auch Vertrauensverluste bei der Kundschaft. Die Herausforderung liegt damit weniger in einzelnen Prozessfehlern als in der Qualität der Datenbasis, auf der Handelssysteme, Lagerverwaltung und Kundenkommunikation aufbauen.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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