Im Online-Modehandel driften Entdeckung und Kauf weiter auseinander, zitiert Businessoffashion.com einen Bericht von ESW. Bekleidung bleibe die wichtigste Kategorie im Online-Handel: 69 Prozent shoppen sie im Netz. Influencer würden Entscheidungen bei 62 Prozent prägen, aber nur sechs Prozent vertrauten sozialen Netzwerk am Ende auch ihr Geld an. 31 Prozent kauften lieber in Shops der Marken und Händler. Auch der KI würden mehr als die Hälfte beim Preisvergleich vertrauen, aber nur ein Drittel würde sie zum Bezahlen schicken wollen.
Im Onlinehandel mit Mode verschiebt sich das Verhältnis von Inspiration, Beratung und Abschluss weiter. Ein von Businessoffashion.com zitierter ESW-Bericht zeigt: Kundinnen und Kunden entdecken Mode zunehmend über digitale Impulse, schließen den Kauf aber bevorzugt dort ab, wo sie mehr Kontrolle, Verlässlichkeit und Sicherheit erwarten. Für Anbieter rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie Vertrauen über die gesamte Customer Journey hinweg aufgebaut wird.
Mode bleibt online stark, doch der Abschluss wandert
Bekleidung bleibt laut Bericht die wichtigste Kategorie im digitalen Handel. 69 Prozent shoppen Mode online und bestätigen damit die hohe Relevanz des Kanals für Marken und Händler. Zugleich zeigt sich eine klare Trennung zwischen Entdeckung und Kauf: Social-Media-Impulse, Creator-Empfehlungen und digitale Beratung beeinflussen die Auswahl, ersetzen aber aus Sicht vieler Konsumenten nicht den vertrauenswürdigen Checkout.
Besonders deutlich wird diese Lücke beim Einfluss von Influencern. Sie prägen laut ESW die Entscheidungen von 62 Prozent der Befragten. Das bedeutet: Inhalte in sozialen Netzwerken setzen Trends, schaffen Aufmerksamkeit und lenken Nachfrage. Beim Bezahlen bleiben die Nutzer jedoch vorsichtig. Nur sechs Prozent vertrauen sozialen Netzwerken am Ende auch ihr Geld an. Für Social Commerce ergibt sich daraus ein Spannungsfeld: Die Plattformen sind starke Entdeckungsräume, aber noch keine selbstverständlich akzeptierten Orte für den finalen Kaufabschluss.
Vertrauen entscheidet über den Kaufkanal
Der Bericht legt nahe, dass viele Käuferinnen und Käufer bei Modekäufen gezielt zu bekannten Verkaufsumgebungen zurückkehren. 31 Prozent kaufen lieber in Shops der Marken und Händler. Diese Präferenz spricht für die Bedeutung direkter Kundenbeziehungen, transparenter Prozesse und vertrauter Checkout-Strukturen. Für Marken und Händler entsteht daraus eine Chance, die Reichweite externer Inspirationskanäle mit eigenen, glaubwürdigen Einkaufserlebnissen zu verbinden.
Auch beim Einsatz von KI zeigt sich ein ähnliches Muster. Mehr als die Hälfte der Befragten würde ihr beim Preisvergleich vertrauen. Damit wird künstliche Intelligenz als Werkzeug für Orientierung und Effizienz akzeptiert. Beim Bezahlen ist die Zurückhaltung deutlich größer: Nur ein Drittel wäre bereit, KI den Zahlungsvorgang anzuvertrauen. Zwischen hilfreicher Empfehlung und sensibler Transaktion verläuft damit eine erkennbare Vertrauensgrenze.
Was der ESW-Bericht für Modeanbieter bedeutet
Für den Online-Modehandel entsteht daraus kein reines Reichweitenproblem. Sichtbarkeit über Influencer, soziale Netzwerke und digitale Tools bleibt wichtig. Der Bericht zeigt jedoch, dass Kaufbereitschaft erst dann belastbar wird, wenn Inspiration, Produktinformation, Checkout und Markenvertrauen zusammenpassen. Gerade beim Übergang vom sozialen Umfeld in den Shop entscheidet die Qualität der Nutzerführung darüber, ob aus Interesse ein Kauf wird.
Die Zahlen markieren einen klaren Arbeitsauftrag für die Branche: Social Media beeinflusst die Entscheidung, marken- und händlereigene Shops sichern häufiger den Abschluss. KI kann beim Vergleichen unterstützen, muss beim Bezahlen aber noch Vertrauen gewinnen. Offen bleibt, wie schnell Plattformen, Händler und Technologieanbieter diese Lücke schließen können; der aktuelle Prüfpunkt liegt bei 62 Prozent Einfluss durch Influencer gegenüber sechs Prozent Zahlungsbereitschaft in sozialen Netzwerken.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
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