Frau verifiziert ihre Identität per Smartphone an einer Paketstation im Freien
© Black Forest Labs / Flux

Nur die Hälfte kennen die EUDI-Wallet

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Vor dem Start im Dezember kennt erst gut die Hälfte der Verbraucher in Deutschland und Frankreich die EUDI-Wallet, zeigt eine Studie von IDnow. Dabei treffe sie auf einen Markt, in dem umständliche Identitätsprüfungen schon heute Kunden kosten würden: 48 Prozent brächen Transaktionen ab, wenn die Verifizierung zu kompliziert werde oder zu lange dauere. Den Befragten sei aber die Sicherheit der EUDI-Wallet noch wichtiger als das Tempo. Den Betrugsschutz schätzten 42 Prozent am meisten; zwei Drittel begrüßten, nur benötigte Daten angeben zu müssen und nicht immer alle.

Die EUDI-Wallet soll ab Dezember 2026 in den Mitgliedstaaten der EU bereitstehen. Kurz vor dem geplanten Start zeigt eine Studie von IDnow jedoch eine zentrale Hürde: 52 Prozent Bekanntheit reichen bislang nicht aus, um breites Vertrauen in die digitale Identitätslösung zu schaffen. Befragt wurden jeweils 1.000 Erwachsene in Deutschland und Frankreich.

Verifizierung kostet bereits heute Abschlüsse

Die Untersuchung trifft auf einen Markt, in dem digitale Identitätsprüfungen als Reibungspunkt gelten. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, Transaktionen häufig abzubrechen, wenn die Verifizierung zu kompliziert ist oder zu lange dauert. Der Wert von 48 Prozent Abbrüchen macht deutlich, wie stark Identitätsprozesse über Konversion und Kundenerlebnis entscheiden.

Für Anbieter ergibt sich daraus ein enger Zielkonflikt. Prozesse sollen einfacher werden, dürfen aber beim Vertrauen keine Lücken lassen. Denn für die Akzeptanz der EUDI-Wallet zählt vor allem Sicherheit: 42 Prozent nennen einen besseren Schutz vor Betrug als wichtigsten Nutzungsgrund. Größere Kontrolle über freigegebene Daten ist für 31 Prozent zentral, mehr Transparenz über die Datennutzung für 30 Prozent. Schnellere und einfachere Abläufe folgen mit 28 Prozent dahinter.

Datensparsamkeit als Akzeptanzfaktor

Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass Verbraucher zusätzliche Prüfungen nicht grundsätzlich ablehnen. In Deutschland würden 42 Prozent weitere Kontrollen akzeptieren, wenn dadurch die Sicherheit steigt. Selbst bei erhöhtem Betrugsrisiko würden sich nur 15 Prozent für weniger Kontrollen entscheiden. Das spricht für eine Nutzung, die Vertrauen nachvollziehbar macht und den Mehrwert im Prozess klar erklärt.

Besonders relevant ist das Prinzip der selektiven Offenlegung. Dabei werden nur jene Informationen geteilt, die für einen bestimmten Zweck erforderlich sind. 64 Prozent der deutschen Verbraucher würden die EUDI-Wallet eher nutzen, wenn sie etwa ihr Alter bestätigen könnten, ohne sämtliche persönlichen Daten offenzulegen. Damit rückt Datensparsamkeit vom abstrakten Datenschutzversprechen zum konkreten Produktvorteil.

Ein schrittweiser Wandel statt schneller Ablösung

Für Kontoeröffnungen bevorzugen deutsche Verbraucher weiterhin unterschiedliche Verfahren. 26 Prozent nennen die persönliche Identitätsprüfung vor Ort, 16 Prozent das Auslesen eines NFC-Chips. Jeweils 13 Prozent bevorzugen eine digitale Identitäts-Wallet oder einen Videoanruf mit Mitarbeitenden. Zehn Prozent würden Ausweis und Selfie einreichen.

Damit bleibt die Einführung der EUDI-Wallet ein Übergang mit mehreren Verfahren parallel. Banken und Finanzdienstleister müssen Sicherheitsniveau, Nutzerkomfort und Transparenz je nach Anwendungsfall verbinden. IDnow verweist in diesem Zusammenhang auf seine Trust Platform. Die nächste verbindliche Etappe ist klar datiert: Mitgliedstaaten müssen die Wallet bis Dezember 2026 bereitstellen, Banken sie bis Dezember 2027 akzeptieren.

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