Illustration: Original-Onlineshop wird als Fake-Shop geklont, Kreditkarten­daten fließen zu Server ab
© Black Forest Labs / Flux

Größtes Fakeshop-Netzwerk aufgedeckt

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Das „Doppelcart“ getaufte kriminelle Netzwerk betreibt 119.000 Fakeshops, zitiert Golem.de Erkenntnisse des Münchner Start-ups Nebty. Die Online-Shops kopierten die Produktkataloge echter Händler samt Bildern und würden Rabatte um bis zu 65 Prozent anbieten. Geliefert werde nie, Supportanfragen landeten beim Original. 2,7 Prozent aller Shops unter der Domain „.shop“ gehörten zu Doppelcart. Händler könnten in der Datenbank von Netbty prüfen, ob sie betroffen sind. Betrugsfälle sollten der Polizei angezeigt werden.

Massives Fakeshop-Netzwerk kopiert echte Onlineshops

Die Brand-Protection-Experten des Münchner Start-ups Nebty haben ein außergewöhnlich großes Fakeshop-Netzwerk aufgedeckt. Das unter dem Namen „Doppelcart“ geführte System umfasst nach den Erkenntnissen des Unternehmens rund 119.000 Fakeshops; Golem.de berichtet auf Basis dieser Angaben. Laut Nebty handelt es sich vermutlich um das größte bislang dokumentierte betrügerische Netzwerk dieser Art. Für den E-Commerce ist der Fall besonders relevant, weil die Shops nicht wie einfache Phishing-Seiten auftreten, sondern die Auftritte legitimer Händler täuschend echt nachbilden.

Die betrügerischen Onlineshops kopieren Produktkataloge echter Unternehmen, einschließlich Beschreibungen und Originalbildern. Hinter unterschiedlichen Shopnamen soll ein wiederkehrendes technisches System stehen: verschiedene Markenauftritte, aber eine gemeinsame Grundlage. Die Angebote wirken durch teils massive Preisnachlässe attraktiv; genannt werden Rabatte von bis zu 65 Prozent. Bestellte Ware wird den Angaben zufolge jedoch nicht geliefert. Besonders problematisch: In vielen Fällen verweisen die Fakeshops auf die Kontakt- und Supportadressen der echten Anbieter. Beschwerden landen dadurch beim legitimen Kundenservice, obwohl die betroffenen Unternehmen weder Bestellung noch Zahlung erhalten haben.

Belastung für Händler und Risiko für Verbraucher

Für betroffene Händler entsteht ein doppelter Schaden. Sie müssen gegenüber verärgerten Käufern erklären, dass die Bestellung nicht über ihren Shop lief, und gleichzeitig den Missbrauch von Marke, Bildern und Shopinhalten nachvollziehen. Nebty beschreibt, dass das Vertrauen in den echten Shop darunter leiden kann, obwohl dieser nicht an der Transaktion beteiligt war. Für Verbraucher bleibt häufig der finanzielle Verlust, wenn sie auf einer der gefälschten Seiten bestellt haben. Beim Online-Einkauf auf unbekannten Webseiten ist daher erhöhte Vorsicht geboten, insbesondere bei auffällig hohen Rabatten und ungewohnten Domainnamen.

Ein Schwerpunkt des Netzwerks liegt laut Nebty bei .shop-Domains. Von den dokumentierten Doppelcart-Seiten sollen 118.787 Domains unter dieser Endung betrieben werden. Das entspricht mehr als 2,7 Prozent der weltweit rund 4,4 Millionen registrierten .shop-Domains. Anders ausgedrückt verweist etwa jede siebenunddreißigste .shop-Domain auf einen Doppelcart-Fakeshop. Diese Größenordnung macht den Fall für Markeninhaber und Shopbetreiber besonders dringlich, weil der Missbrauch nicht vereinzelt, sondern systematisch und in hoher Skalierung erfolgt.

Datenbank hilft bei der Prüfung

Nebty hat eine durchsuchbare Datenbank veröffentlicht, über die sich beteiligte Domains auffinden lassen. Betreiber legitimer Onlineshops können in der Datenbank von Netbty prüfen, ob ihre Marke, Produktdaten oder Shopinhalte missbraucht werden. Auf dieser Basis lassen sich weitere Schritte zur Abschaltung betrügerischer Angebote vorbereiten. Geschädigte Käufer sollen Betrugsfälle zudem bei der Polizei anzeigen. Offen bleibt, wie schnell die betroffenen Domains vom Netz genommen werden können; dokumentiert sind derzeit 119.000 Domains im Doppelcart-Netzwerk.

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