Wero zählt in Deutschland zehn Mio. registrierte Nutzer, berichtet Retail-News.de. Europaweit nennt S-Payment 60 Mio. Die Bezahllösung europäischer Banken hängt direkt am Girokonto und startete 2024 mit Überweisungen zwischen Privatpersonen. Lidl holte Wero im Juli 2026 in seinen deutschen Online-Shop, DM zog Ende August nach. Mehr als 48.000 Händler in fünf Ländern haben nach EPI-Angaben bereits Wero-Zahlungen verarbeitet.
Wero erreicht in Deutschland zehn Millionen registrierte Nutzer, wie Retail-News.de berichtet. Europaweit nennt S-Payment inzwischen 60 Millionen Nutzer. Damit wächst die von europäischen Banken getragene Bezahllösung in eine Größenordnung, die für große Händler strategisch relevant wird. Der nächste Schritt ist anspruchsvoller als der reine Nutzeraufbau: Wero muss aus Registrierungen regelmäßige Zahlungen machen und seine Akzeptanz im Onlinehandel sowie am Point of Sale ausbauen.
Vom Geldversand zur Handelslösung
Gestartet ist Wero 2024 mit Echtzeitzahlungen zwischen Privatpersonen. Der Dienst ist bei vielen Banken direkt in die bestehende Banking-App eingebunden und greift unmittelbar auf das Girokonto zu. Damit unterscheidet sich das Modell von klassischen Wallets, bei denen Nutzer zunächst eine zusätzliche Zahlungsbeziehung aufbauen. Wero setzt auf Account-to-Account-Zahlungen und soll verschiedene Bezahlvorgänge innerhalb einer europäischen Lösung bündeln.
Inzwischen erweitert die European Payments Initiative das Angebot schrittweise um E-Commerce, wiederkehrende Zahlungen und stationäre Anwendungen. Nach EPI-Angaben haben bereits mehr als 48.000 Händler in Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden Wero-Transaktionen verarbeitet. Für den Handel zählt dabei vor allem, ob das Verfahren im Checkout tatsächlich genutzt wird, zuverlässig funktioniert und wirtschaftlich mit etablierten Angeboten konkurrieren kann.
Lidl und dm bringen Wero in deutsche Checkouts
Für Deutschland ist der Ausbau im digitalen Handel besonders wichtig. Lidl führte Wero im Juli 2026 in seinen deutschen Online-Shop ein und bezeichnete sich als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler mit der europäischen Bezahlmethode. Die Zahlung wird direkt über das Girokonto abgewickelt und in der Banking-App bestätigt. Ende August folgte dm: Der Drogeriehändler bietet Wero ebenfalls im deutschen Online-Shop an. Die Integration erfolgte gemeinsam mit EPI und dem Zahlungsdienstleister Nexi.
Solche Integrationen sind für Wero ein wichtiger Praxistest. Registrierte Konten schaffen Reichweite, doch der Handel bewertet ein Zahlungsverfahren nach Nutzung, Stabilität und Anschlussfähigkeit an bestehende Systeme. Genau hier entsteht der zweite Netzwerkeffekt: Je mehr Händler Wero anbieten, desto häufiger kann der Dienst im Alltag eingesetzt werden. Je vertrauter die Nutzung wird, desto attraktiver wird die Akzeptanz für weitere Anbieter.
Die Kasse wird zur Bewährungsprobe
Der schwierigere Schritt folgt im stationären Handel. Dort trifft Wero auf eine etablierte Infrastruktur aus Karten, kontaktlosem Bezahlen und mobilen Wallets. EPI hat Mitte September 2026 erste stationäre Wero-Zahlungen in Belgien gestartet. Damit verlässt der Point-of-Sale-Einsatz die Planungsphase und wird im realen Handelsumfeld erprobt.
Für Deutschland steht ein breiter POS-Rollout noch aus. Gelingt er, könnte Wero drei zentrale Nutzungssituationen abdecken: Geld an andere Personen senden, im Internet bezahlen und Einkäufe an der Ladenkasse begleichen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Zahlungsdienstleister. Wenn Wero über bestehende Payment-Service-Provider eingebunden wird, sinkt die technische Einstiegshürde für Händler. EPI arbeitet deshalb mit Banken und Zahlungsdienstleistern zusammen; auch BNP Paribas baut die Wero-Akzeptanz für Händler in mehreren europäischen Ländern aus. In Frankreich zählen unter anderem Decathlon, Fnac Darty, Air France und Orange zu den angekündigten Partnern. Der offene Prüfpunkt bleibt der breite POS-Rollout in Deutschland.

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